Meisterparty: Wer ist der nächste Spielverderber?
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MeisterpartyWer ist der nächste Spielverderber?

GC vermieste dem FC Zürich die Meister-Party. Am Wochenende geht die Meisterschaft in die zweitletzte Runde. Wieder mit einem Spielverderber?

von
Eva Tedesco
Thun, Luzern und St. Gallen. Ärgert eines dieser drei Teams den FCZ und FCB im Meisterrennen? (Bild: Keystone/AP)

Thun, Luzern und St. Gallen. Ärgert eines dieser drei Teams den FCZ und FCB im Meisterrennen? (Bild: Keystone/AP)

An der Tabellenspitze trennen drei Punkte und fünf Tore Leader Basel von seinem Verfolger FC Zürich. Noch sind 180 Minuten zu spielen und noch gibt es drei Gegner, die dem FCB oder dem FCZ die Meisterparty vermiesen können. St. Gallen ist der nächste Gegner des FCB. Der FCZ empfängt im letzten Spiel den FC Thun. Ausserdem muss Luzern gegen Basel (am Mittwoch) und Zürich (am Sonntag) ran. Sind die drei in Partylaune, um dem einen oder anderen die grosse Sause zu verderben?

Eines vorneweg: Die Saison locker beenden wird keiner, denn es geht für alle noch um Punkte. Luzern und Thun kämpfen um Platz vier und fünf und die Teilnahme an der Qualifikation für die Europa League. Rang 5 dann, wenn Sion (gegen Xamax) den Cup gewinnt. Der Rückstand auf YB (51) beträgt drei (Luzern) und fünf Punkte (Thun).

Luzern trifft auf den FCZ und auch noch auf den FCB

Am Sonntag empfängt der FCL den FCZ. Nach einer schwierigen Rückrunde, die am 2. Mai in der Freistellung von Trainer Rolf Fringer gipfelte, hat sich der Wintermeister etwas gefangen. In 16 Partien nach der Pause holte man lediglich 15 von 48 möglichen Punkten (4 Siege, 3 Remis). In den letzten Partien (je ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage) hatte Interimstrainer Christian Brand die Verantwortung.

Die Motivation ist da, denn man könnte im neuen Stadion europäisch spielen. Zudem kann die Bekanntgabe von Noch-Thun-Trainer Murat Yakin als künftiger FCL-Coach zusätzliche Kräfte – vor allem bei Spielmacher Hakan – freisetzen. Mit zwei Toren beim 4:0 in St. Gallen schrieb der Spieler Yakin dem Trainer Yakin schon mal eine provisorische Empfehlung für eine «FC Yakan»-Party in der EL-Quali. Auch die bisherigen Saisonergebnisse gegen den FCZ geben Hoffnung: Zwei Remis steht eine Niederlage gegenüber (2:2, 1:1, 0:2).

Gute FCL-Bilanz gegen den FCB

Noch besser sieht die Saisonbilanz gegen den FC Basel aus. Der FCB konnte von neun möglichen Punkten lediglich vier aus den drei bisherigen Duellen holen (1:4, 1:1, 1:0). Vor allem der 4:1-Sieg im Joggeli liess Anfang Saison aufhorchen. Für Euphorie gibt es keinen Grund. Der FCL musste lange auf diesen Erfolg in Basel warten: Der letzte Dreier davor datiert vom 17. August 2002 (3:2). Dazwischen lagen acht Partien im Joggeli ohne Sieg.

Bis zum Saisonfinale will der FC Basel den Titel im Sack haben. Dazu reicht Rotblau im besten Fall ein Punkt gegen St. Gallen (falls der FCZ gegen Luzern verliert). Dieser Punktgewinn liegt in der AFG Arena nah. Denn die Bilanz in der Saison 2010/11 ist top: Drei Spiele, drei Siege (3:0, 3:1, 3:0).

«Wir sind schon fünfmal abgeschrieben worden», sagt FCSG-Mittelfeldspieler Fabian Frei «und sind immer wieder aufgestanden.» Die Basel-Leihgabe glaubt, dass ein Punkt gegen den FCB möglich ist. Die folgenden Zahlen jedoch sprechen dagegen: Die Ostschweizer sind die schlechteste Heimmannschaft der Saison. Sie haben 11 der 17 Heimspiele verloren und vor eigenem Publikum nur 15 Tore zustande gebracht. Aber Jäger sagen: Angeschossene Tiere sind besonders gefährlich. Ist das nur Jägerlatein?

Murat Yakin will Platz 5 zum Abschied

Der FCZ muss seine Spiele gewinnen und darauf hoffen, dass der FCB noch strauchelt. Aber im Fall eines FCZ-Sieges in Luzern wartet im letzten Spiel mit Thun auch keine einfache Aufgabe. Der Aufsteiger hat eine gute und konstante erste ASL-Saison gespielt. Die Berner Oberländer haben sich sowohl in der Vor- als auch in der Rückrunde stets im gesicherten Mittelfeld der Tabelle aufgehalten und sich im Schatten anderer in Reichweite eines Europacup-Platzes gespielt.

Zudem hat Thun-Trainer Murat Yakin eine besondere Motivation. Der 49-fache Internationale will sich mit zwei Siegen aus dem Berner Oberland verabschieden. «Ich habe meine sportlichen Ziele in Thun erreicht. Jetzt ist es Zeit für eine neue Herausforderung», sagte Yakin nach der Bekanntgabe seines Wechsels in die Innerschweiz, «meine volle Konzentration gehört aber in den letzten zwei Partien Thun. Denn Platz fünf wäre zum Abschluss traumhaft.»

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