Muslimische Prediger: Wer ist für eine Imam-Ausbildung zuständig?
Aktualisiert

Muslimische PredigerWer ist für eine Imam-Ausbildung zuständig?

Imame sollen in der Schweiz ausgebildet werden. Das wünschen sich muslimische Gemeinden und einige Politiker. Doch die Zuständigkeit ist unklar. Die Universitätskonferenz will sich des Themas nicht annehmen.

von
Lukas Mäder

Die Minarett-Abstimmung verleiht dem Thema neue Aktualität: Die Imame, islamische Vorbeter, sollen ihre Ausbildung in der Schweiz erhalten, um so die Integration der Muslime zu stärken. Dieser Meinung ist der Genfer FDP-Nationalrat Hugues Hiltpold, der mit Eingaben und Briefen für sein Anliegen kämpft. Doch bisher will sich noch keine politische Instanz des Themas annehmen. Am gestrigen Donnerstag hat sich die Universitätskonferenz SUK für nicht zuständig erklärt, wie deren Präsidentin, die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli, gegenüber 20 Minuten Online sagt. «Wir können als kantonale Bildungsdirektoren religiösen Gemeinschaften ohne öffentlich-rechtliche Anerkennung keine Vorschriften zur Ausbildung ihrer Prediger und Seelsorger machen», sagt sie. Die SUK habe keine Befugnis, den Universitäten den Aufbau von bestimmten Studienangeboten zu verordnen. Diesen Entscheid hat die SUK laut Aeppli einstimmig gefällt.

Universitäten ist Ausbildung freigestellt

Trotz des negativen Entscheides kann sich Regine Aeppli eine Imam-Ausbildung in der Schweiz vorstellen. «Wenn es eine Nachfrage nach einem solchen Studienangebot gibt, und eine Universität über die notwendige akademische Kompetenz verfügt, steht es ihr frei, einen solchen Lehrgang auf die Beine zu stellen», sagt die Zürcher Bildungsdirektorin. Diese Autonomie gilt aber auch beim Geld. «Die Universitäten bekommen einen Globalbeitrag für Lehre und Forschung und nicht Beiträge für einzelne Studiengänge», sagt Aeppli zu einer möglichen Unterstützung der Imam-Ausbildung durch den Kanton.

Noch unklar ist, wo ein möglicher Imam-Lehrgang anzusiedeln wäre, da es in der Schweiz noch keine entsprechende Tradition gebe. «An den Theologischen Fakultäten der Schweizer Universitäten ging es bisher vor allem um die Ausbildung von Pfarrern und Priestern, in Zürich mehrheitlich protestantischen, in Freiburg und Luzern von katholischen», sagt Aeppli. Die Auseinandersetzung mit dem Islam findet derzeit laut Aeppli vor allem im religionswissenschaftlichen Bereich statt, also beispielsweise am Religionswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich. Vor diesem Hintergrund schliesst sie darum nicht aus, dass die Schweizer Universitäten einen Studiengang zur Ausbildung von Imamen aufbauen können, der auch internationale Anerkennung findet.

Hochschul-Rektoren beraten über Angelegenheit

Die Universitätskonferenz war vom Bund in der Sache Imam-Ausbildung angegangen worden, nachdem der Bundesrat dies in seiner Antwort auf die Interpellation von Nationalrat Hiltpold zugesichert hatte (20 Minuten Online berichtete). Mit dem gestrigen Entscheid ist die Sache aber bereits erledigt für die SUK. Mit dem Thema Imam-Ausbildung sollen sich nun die Rektoren der Schweizer Hochschulen beschäftigen. Der Bund wird an die Rektorenkonferenz CRUS gelangen. Diese habe ihr Interesse signalisiert, sagt Martin Fischer, Kommunikationschef des zuständigen Staatssekretariats für Bildung und Forschung. «Es muss nun darum gehen, auf der akademischen Ebene der Hochschulen die verschiedenen offenen Fragen zu diskutieren, insbesondere auch in engem Kontakt mit der muslimischen Gemeinde.» Der CRUS-Präsident Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel, hat vom Thema erfahren, will sich aber noch nicht dazu äussern.

Der ist in der islamischen Welt der Vorbeter, der das gemeinschaftliche Ritualgebet leitet. Vor allem in Ländern ausserhalb der islamischen Welt kommen ihm aber noch weitere Funktionen zu, als Gemeindeleiter und Brückenbauer zur nichtislamischen Mehrheit. Im Koran bedeutet der Imam soviel wie Vorbild oder Führer. Er führt die Gläubigen während des Gebets und unterweist sie in den Riten. Dazu steht beziehungsweise sitzt er, mit Blickrichtung nach Mekka und den Rücken zu den übrigen Gemeindeglieder gewandt, vor der ersten Reihe der Betenden. In Westeuropa ist das Betätigungsfeld des Imams breiter und keineswegs rein religiös. Die Muslime in der Schweiz wünschen sich als Imam ein «Multitalent», der ähnliche Funktionen wie ein christlicher Pfarrer übernimmt, hat eine Studie gezeigt (20 Minuten Online berichtete). Als Gemeindeleiter soll der Imam religiöser Spezialist, Seelsorger, Sozialarbeiter, Integrationsfigur und «Brückenbauer» zwischen der muslimischen Gemeinschaft und der Gesamtgesellschaft sein. Er soll Kontakt zu Behörden und anderen Religionsgemeinschaften unterhalten. Er soll die Muslims würdig vertreten und ihnen gesellschaftliche Anerkennung verschaffen. Gleichzeitig soll er das Leben der Muslime in der Schweiz gut kennen, um ihnen einen authentischen Islam, aber auch einen Islam für die Schweiz vermitteln zu können. (sda)

Der ist in der islamischen Welt der Vorbeter, der das gemeinschaftliche Ritualgebet leitet. Vor allem in Ländern ausserhalb der islamischen Welt kommen ihm aber noch weitere Funktionen zu, als Gemeindeleiter und Brückenbauer zur nichtislamischen Mehrheit. Im Koran bedeutet der Imam soviel wie Vorbild oder Führer. Er führt die Gläubigen während des Gebets und unterweist sie in den Riten. Dazu steht beziehungsweise sitzt er, mit Blickrichtung nach Mekka und den Rücken zu den übrigen Gemeindeglieder gewandt, vor der ersten Reihe der Betenden. In Westeuropa ist das Betätigungsfeld des Imams breiter und keineswegs rein religiös. Die Muslime in der Schweiz wünschen sich als Imam ein «Multitalent», der ähnliche Funktionen wie ein christlicher Pfarrer übernimmt, hat eine Studie gezeigt (20 Minuten Online berichtete). Als Gemeindeleiter soll der Imam religiöser Spezialist, Seelsorger, Sozialarbeiter, Integrationsfigur und «Brückenbauer» zwischen der muslimischen Gemeinschaft und der Gesamtgesellschaft sein. Er soll Kontakt zu Behörden und anderen Religionsgemeinschaften unterhalten. Er soll die Muslims würdig vertreten und ihnen gesellschaftliche Anerkennung verschaffen. Gleichzeitig soll er das Leben der Muslime in der Schweiz gut kennen, um ihnen einen authentischen Islam, aber auch einen Islam für die Schweiz vermitteln zu können. (sda)

Der ist in der islamischen Welt der Vorbeter, der das gemeinschaftliche Ritualgebet leitet. Vor allem in Ländern ausserhalb der islamischen Welt kommen ihm aber noch weitere Funktionen zu, als Gemeindeleiter und Brückenbauer zur nichtislamischen Mehrheit. Im Koran bedeutet der Imam soviel wie Vorbild oder Führer. Er führt die Gläubigen während des Gebets und unterweist sie in den Riten. Dazu steht beziehungsweise sitzt er, mit Blickrichtung nach Mekka und den Rücken zu den übrigen Gemeindeglieder gewandt, vor der ersten Reihe der Betenden. In Westeuropa ist das Betätigungsfeld des Imams breiter und keineswegs rein religiös. Die Muslime in der Schweiz wünschen sich als Imam ein «Multitalent», der ähnliche Funktionen wie ein christlicher Pfarrer übernimmt, hat eine Studie gezeigt (20 Minuten Online berichtete). Als Gemeindeleiter soll der Imam religiöser Spezialist, Seelsorger, Sozialarbeiter, Integrationsfigur und «Brückenbauer» zwischen der muslimischen Gemeinschaft und der Gesamtgesellschaft sein. Er soll Kontakt zu Behörden und anderen Religionsgemeinschaften unterhalten. Er soll die Muslims würdig vertreten und ihnen gesellschaftliche Anerkennung verschaffen. Gleichzeitig soll er das Leben der Muslime in der Schweiz gut kennen, um ihnen einen authentischen Islam, aber auch einen Islam für die Schweiz vermitteln zu können. (sda)

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