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Geiselnehmer im TV-StudioWer ist Tarik Z. — und was hatte er eigentlich vor?

Die niederländische Polizei erstellt derzeit ein Täterprofil des jungen Mannes, der die Studios des Staatsfernsehens stürmte. Keine einfache Aufgabe.

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Das ist Tarik Z. Der 19-jährige Student aus dem niederländischen Nootdorp ist am 29. Januar 2015 mit einer Pistolenattrappe in die Zentrale des Fernsehsenders NOS eingedrungen.

Das ist Tarik Z. Der 19-jährige Student aus dem niederländischen Nootdorp ist am 29. Januar 2015 mit einer Pistolenattrappe in die Zentrale des Fernsehsenders NOS eingedrungen.

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Ehemalige Schulkollegen beschreiben Tarik Z. als «ruhigen, sehr intelligenten» Mann, der sich gut in der Gruppe integrierte. Andere hingegen beschreiben ihn als «eigenartig».

Ehemalige Schulkollegen beschreiben Tarik Z. als «ruhigen, sehr intelligenten» Mann, der sich gut in der Gruppe integrierte. Andere hingegen beschreiben ihn als «eigenartig».

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Tarik Z. habe «eine reiche Phantasie» und sich in letzter Zeit intensiv mit Verschwörungstheorien beschäftigt. Ganz besonders habe er sich für Themen wie der Freimauerei oder mit politischen Konzepten der Neuen Weltordnung interessiert.

Tarik Z. habe «eine reiche Phantasie» und sich in letzter Zeit intensiv mit Verschwörungstheorien beschäftigt. Ganz besonders habe er sich für Themen wie der Freimauerei oder mit politischen Konzepten der Neuen Weltordnung interessiert.

Keystone/AP

Am Donnerstagabend stürmte ein junger Mann die Studios des niederländischen TV-Senders NOS. Nach kurzer Zeit wurde er von der Polizei widerstandslos festgenommen. Seine Waffe, mit der er ins Fernsehstudio gestürmt war, stellte sich als Spielzeugpistole heraus.

Die Ermittler versuchen jetzt aufgrund der Aussagen von Bekannten und Freunden, ein Täterprofil zu erstellen.

So ist bekannt geworden, dass der 19-Jährige mit seiner holländischen Mutter und seinem Stiefvater auf einem Bauernhof in der Nähe von Nootdorp wohnt. Nicht weit entfernt lebt auch sein Vater, ein ägyptischer Staatsbürger.

«Ruhig, aber eigenartig»

Ehemalige Schulkollegen beschreiben Tarik Z. als «ruhigen, sehr intelligenten» Mann, der sich gut in der Gruppe integrierte.

Andere Kollegen, die gegenüber der Zeitung «Volkskrant» anonym bleiben wollen, beschreiben Tarik «eigenartig». Er habe «eine reiche Phantasie» und sich in letzter Zeit intensiv mit Verschwörungstheorien beschäftigt. Ganz besonders habe sich Tarik für Themen wie der Freimauerei oder mit politischen Konzepten der Neuen Weltordnung interessiert.

Hier stürmt Tarik Z. das Studio und gibt an, über «sehr grosse Weltangelegenheiten» reden zu wollte. (Quelle: Reuters)

Ein Möchtegern-Hacker?

Nach seinem Schulabschluss letzten Sommer hatte sich Tarik an der renommierten Technologischen Universität Delft eingeschrieben. Dort wollte er Chemie studieren.

Während der Geiselnahme im TV-Studio hatte der junge Mann gegenüber Mitarbeitern des Senders erklärt, Mitglied eines «Hacker-Kollektivs» zu sein. Internetjournalist Brenno de Winter aber glaubt nicht, dass Tarik wirklich etwas mit Hackern zu tun hat. «Hacker würden niemals mit Waffen auf Menschen zielen», sagt der Experte. «Ausserdem würden sie wohl kaum eine Aktion in einem Fernsehstudio durchführen, denn sie halten dieses Medium für veraltet.»

Aufwändige Ice-Bucket-Challenge

Was Tarik zu seinem Überfall auf das staatliche TV verleitete, bleibt bislang ein Rätsel.

Auf sozialen Netzwerken kursiert mittlerweile ein Youtube-Video, das Tarik Z. im September 2014 bei einer Ice-Bucket-Challenge zeigt. Der knapp zweiminütige Film basiert auf dem US-Kassenhit «Inception» mit Leonardi Di Caprio und belegt die «reiche Fantasie», von der Tariks Freunde sprechen. Aufwändig gemacht und absolut sehenswert.

Tarik Z. bei der Ice-Bucket-Challenge. (Video: YouTube/Tom Bakker)

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