Aktualisiert 11.09.2019 08:24

Chur

Wer kein Deutsch lernt, bezahlt eine Busse

Kinder, die nicht gut genug Deutsch können, müssen in Chur einen Förderkurs besuchen. Ansonsten drohen den Eltern Bussen.

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del
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Viele Kinder können bei ihrem Kindergarteneintritt gar nicht oder nur schlecht Deutsch. (Symbolbild)

Viele Kinder können bei ihrem Kindergarteneintritt gar nicht oder nur schlecht Deutsch. (Symbolbild)

iStock/Monkeybusinessimages
Die Stadt Chur will dem mit einem Obligatorium entgegenwirken. (Symbolbild)

Die Stadt Chur will dem mit einem Obligatorium entgegenwirken. (Symbolbild)

Keystone/Annette Riedl
Einer der Hauptgründe für das Sprachförderprogramm ist, dass die Kinder ohne Benachteiligung in die Schule starten können. Zudem sollen die Belastungen in der Schule reduziert werden, sagt Stadtrat Patrik Degiacomi. (Symbolbild)

Einer der Hauptgründe für das Sprachförderprogramm ist, dass die Kinder ohne Benachteiligung in die Schule starten können. Zudem sollen die Belastungen in der Schule reduziert werden, sagt Stadtrat Patrik Degiacomi. (Symbolbild)

Keystone

Kinder, die mit ihren Eltern zu Hause nur Fremdsprachen sprechen, haben im Kindergarten oft Probleme mit der Kommunikation. Aus diesem Grund werden Sprachförderprogramme angeboten, so beispielsweise «Deutsch für die Schule» in Chur. Das Programm findet ein Jahr vor dem Kindergarten statt, damit die Kinder sich beim Eintritt auf Deutsch verständigen können.

Bereits dreijährige Kinder werden anhand eines Fragebogens auf ihre sprachlichen Kompetenzen getestet. Bei unzureichenden Deutschkenntnissen wird eine Empfehlung zur Teilnahme am Programm abgegeben. Diese Empfehlung soll nun verpflichtend werden, sagt der Churer Stadtrat Patrik Degiacomi gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von SRF.

Falls die Verpflichtung nicht eingehalten wird, habe das Konsequenzen zur Folge. «Wer sich weigert, muss mit einer Busse rechnen» so der Churer Stadtrat. Man hoffe, mit dieser zusätzlichen Möglichkeit mehr Familien für das Sprachförderprogramm motivieren zu können.

Belastungen in der Schule reduzieren

«Einer der Hauptgründe für das Sprachförderprogramm ist, dass die Kinder ohne Benachteiligung in die Schule starten können. Zudem sollen die Belastungen in der Schule reduziert werden», führt Degiacomi auf Anfrage von 20 Minuten aus. Kinder mit schlechtem Deutsch würden die Aufmerksamkeit des Lehrpersonals absorbieren, da sie teils einfache Anweisungen nicht verstünden. Das Ziel sei nicht, perfekt Deutsch sprechen, sondern grundlegende Aufgaben verstehen zu können. Bei einem Jahrgang von 280 Kindern würden zwischen 70 und 80 Kinder eine Empfehlung für den Kurs bekommen.

Die Förderprogramme finden bei Tagesfamilien, aber auch in Kinderkrippen oder Spielgruppen statt. «Die Lehrer haben dabei ein Augenmerk auf Sprachen gerichtet», führt der Stadtrat weiter aus. Es sei sehr wichtig für die Kinder, sich mit anderen Kindern auszutauschen. In den Einrichtungen sei maximal ein Drittel der Kinder fremdsprachig. Das sei sehr wichtig, damit die Kinder von anderen Kindern lernen könnten. Die Eltern der betroffenen Kindern besuchen eine Elternbildung.

Wer deckt die Kosten?

«Während die Stadt die Kosten der Elternbildung vollumfänglich übernimmt, werden die Kosten der Tagesstätten von den Eltern übernommen», so Degiacomi zu den finanziellen Aufwänden des Programms. Die Stadt trage mit Ermässigungen dazu bei. Der Anteil betrage zwischen 20 bis 80 Prozent, je nach Einkommen der Eltern. Darüber hinaus würden die Einrichtungen einen Beitrag pro Kind erhalten.

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