Basel: Wer klaut 100 Rettungsringe?
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BaselWer klaut 100 Rettungsringe?

Jedes Jahr werden in Basel rund 100 Rettungsringe gestohlen oder mutwillig in den Rhein geworfen. Das kann im Ernstfall Leben kosten.

von
lha
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Hier sollte ein Rettungsring sein. Dieser wurde aber entweder gestohlen oder aus Unfug in den Rhein geworfen.

Hier sollte ein Rettungsring sein. Dieser wurde aber entweder gestohlen oder aus Unfug in den Rhein geworfen.

20 Minuten/lha
An anderer Stelle am Elsässerheinweg in Basel fehlt der Rettungsring ebenfalls. Jedes Jahr verschwinden davon rund 100 Stück.

An anderer Stelle am Elsässerheinweg in Basel fehlt der Rettungsring ebenfalls. Jedes Jahr verschwinden davon rund 100 Stück.

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Da war er noch da. Der Ersatz von sinnlos entfernten Rettungsringen dauert Tage. Im Notfall kann so ein Streich über Leben und Tod entscheiden.

Da war er noch da. Der Ersatz von sinnlos entfernten Rettungsringen dauert Tage. Im Notfall kann so ein Streich über Leben und Tod entscheiden.

Keystone/Georgios Kefalas

Entlang der Grossbasler Rheinpromenade bei der Novartis sollten Schwimmer zurzeit besser nicht in Not geraten. Es hat nämlich keine Rettungsringe mehr. Diese wurden entweder gestohlen oder in den Rhein geworfen. Das ist kein Einzelfall. Jährlich verschwinden in Basel entlang des Rheins rund 100 Rettungsringe, berichtete das SRF Regionaljournal.

«Aus was für Gründen auch immer treiben Leute Unfug damit, schmeissen sie in den Rhein oder zünden sie an», sagt Polizeisprecher Martin Schütz gegenüber SRF. Manche nehmen sie auch als Souvenir mit. Die Polizei schnappte letztes Jahr einen jungen Mann am Bahnhof SBB, der sich beim Rheinschwimmen augenscheinlich in einen rot-weissen Ring verliebte.

Im Notfall zählt jede Sekunde

Im Falle eine Notfalls ist das problematisch. Der Ersatz eines Rettungsrings dauert in der Regel mehrere Tage. Nicht, dass die Ringe alle Tage gebraucht würden. «Die Rheinpolizei schätzt, dass jedes Jahr zwischen einem und fünf Rettungsringen für ihren effektiven Verwendungszweck eingesetzt werden», sagt Schütz auf Anfrage. Vergangenes Jahr wurden insgesamt neun Personen aus dem Rhein geborgen. Und das längst nicht nur während der Schwimmsaison im Sommer. Die letzte gemeldete Rettung datiert vom 31. Oktober, als ein Mann aus unklaren Gründen von der Mittleren Brücke stürzte.

Gerät ein Schwimmer im Rhein in Not, zählt jede Sekunde. «Mit einem Rettungsring kann man den Ertrinkungsprozess unterbechen und einer Person in einer Notlage Zeit verschaffen, ohne selbst ein Risiko eingehen zu müssen», erklärt Philipp Binaghi, Sprecher der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. Wenn Rettungsringe wegen Diebstahl oder Vandalismus fehlen, sei das sehr bedauerlich. «Man merkt immer erst dann, dass einer fehlt, wenn man ihn braucht.»

Gute Erfahrung mit Plomben

Die Rettungsringe in Basel sind im Gegensatz zu anderen Städten in der Schweiz nicht plombiert. In Luzern habe man mit plombierten Rettungsboxen sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt Binaghi. Die Plombe lässt sich zwar leicht entfernen, führt aber offensichtlich dazu, dass Lausbuben sich zweimal überlegen, ob sie einen Rettungsring aus Jux entfernen.

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