Aktualisiert 05.05.2015 21:09

Glen Hanlon sauer«Wer mich schlecht findet, soll dies eben schreiben»

Er war froh, dass es überstanden war. Aber richtig glücklich war Nati-Coach Glen Hanlon nach dem 1:0-Sieg gegen Deutschland nicht.

von
Marcel Allemann, Prag

«Das war ein harter Nachmittag. Wenn es nach 53 Minuten noch immer 0:0 steht und man am Ende mit 1:0 gewinnt – solche Spiele kann man als Coach nicht geniessen. Sie sind zu schwer», erklärte der Kanadier zu der zähen Kost gegen Deutschland. Ein wenig in Rage geriet Hanlon, als ihn ein deutscher Journalist an der Medienkonferenz fragte, wieso die Schweiz, 2013 immerhin noch Silbermedaillen-Gewinner an dieser WM so enttäuschende Leistungen zeige.

«Nach dem Sieg gegen Frankreich wurde ich dafür kritisiert, dass ich meine Mannschaft lobte. Soll ich wirklich Spieler kritisieren, die wie Krieger und Kämpfer auftreten? Nein, ich bin stolz auf mein Team», enervierte sich Hanlon. Er gehe jeden Abend nach Hause und versuche, ein besserer Trainer zu werden, «doch wer das Gefühl hat, ich bin ein schlechter Coach, der soll dies eben schreiben.»

«Es war langweilig und sicher nicht grossartig»

Im kleineren Kreis gestand Hanlon dann später schon, dass dieses mühsame 1:0 «langweilig und sicher nicht grossartig», gewesen sei. Dafür habe es viel zu wenige Offensivszenen gegeben. «Ich bin auf keinen Fall der Trainertyp, der ein 1:o anstrebt. Aber es gibt eben Spiele, die man auf diese Weise gewinnen muss», erklärte der 58-Jährige weiter. Dies ist der Nati gelungen.

«Ich bin bestimmt nicht der erste Schweizer Nati-Trainer, der sich wünschen würde, dass sein Team mehr skort», wurde der Kanadier anschliessend noch grundsätzlich. Zunächst bekommt er jedoch nicht einen neuen Stürmer, sondern einen neuen Verteidiger. Nach seinen Ferien in Dubai ist Romain Loeffel in Prag eingetroffen, um mit dem Team mitzutrainieren. Er würde jedoch nur dann zum Einsatz kommen, sollte sich nach Félicien DuBois und Dean Kukan noch ein Verteidiger verletzen. «Es ist toll, dass sich Romain dazu bereit erklärt hat», freute sich Hanlon. Zumindest seine Spieler scheinen ihm immer wieder mal Spass zu machen.

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