Studie zeigt: Wer mit 12 säuft, nimmt später eher harte Drogen
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Studie zeigtWer mit 12 säuft, nimmt später eher harte Drogen

Mehrere Tausend junge Schweizer Männer waren schon vor dem 13. Geburtstag betrunken oder kifften. Eine neue Studie zeigt, dass sie deswegen später wahrscheinlich komplett abstürzen.

von
bat

Insgesamt 5990 junge Männer um die 20 Jahre hat ein Team von Experten in der Schweiz über deren Drogenkonsum befragt. Unter der Leitung des Universitätsspitals Lausanne wollte man eruieren, welche Drogen die jungen Männer in ihrem Leben schon genommen haben und vor allem in welchem Alter. «Gut 30 Prozent hatten in ihrem Leben schon Cannabis konsumiert», sagt Gerhard Gmel vom Universitätsspital Lausanne (CHUV), der die Studie C-SURF leitet. Die meisten fangen mit dem Cannabiskonsum zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr an.

«Wir haben zudem herausgefunden, dass harte Drogen wie Crystal Meth keine Einstiegsdrogen sind. Wer diese Drogen konsumiert, hat schon eine Drogenkarriere mit anderen Drogen hinter sich», sagt Gmel. «Kokain scheint für viele ausserdem eher zu den weichen Drogen zu gehören.» Zudem zeige die Studie: Je früher jemand mit weichen Drogen wie Alkohol beginnt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er später auf harte Drogen umsteigt. «Ganz deutlich wird das, wenn man sehr früh, also bereits mit 12 Jahren oder jünger, mit Alkohol oder Cannabis anfängt», so Gmel. Gemäss der Untersuchung haben 2,3 Prozent der Befragten schon vor dem 12. Lebenjahr Alkohol getrunken - das sind hochgerechnet um die 5000. 0,7 Prozent haben ab dann täglich geraucht. «Es ist also wichtig, dass die Prävention schon sehr früh beginnt.»

5,7 Prozent nahmen schon Ecstasy

Doch nicht nur Cannabis oder Alkohol hatten die jungen Männer konsumiert. 5,7 Prozent gaben an, schon einmal Ecstasy genommen zu haben. 5,5 Prozent haben sich einmal eine Linie Kokain reingezogen. 3,4 Prozent haben Amphetamine gekommen. Auch mit härteren Drogen hatten die Männer Erfahrung. So haben 1,1 Prozent Crystal Meth genommen. 1,3 konsumierten Spice. Und immerhin 1 Prozent gab an, sich an Heroin berauscht zu haben.

Dass Prävention gerade in jungen Jahren wichtig ist, weiss Peter Trauffer, Leiter der Suchtprävention des Kantons Zürich. Gemäss Traber nützt es aber nichts, wenn man Schulen besucht und auf die Gefährlichkeit von Alkohol, Tabak und Cannabis generell aufmerksam macht. «Es ist viel wichtiger, dass die Schulen, Gemeinden oder Betriebe früh konkret erkennen, wenn ein Jugendlicher Probleme hat - und dann auch einschreiten. Wir unterstützen sie darin.» Zudem sei es wichtig, dass die Jugendschutzbestimmungen bei der Abgabe von Alkohol und Tabak eingehalten werden. «Wer nichts bekommt, kann auch nichts konsumieren.»

Das Team um Gerhard Gmel möchte nun in den nächsten Jahren im Längsschnitt untersuchen, wie sich der Drogenkonsum und daraus entstehende Folgen bei jungen Männern entwickeln beziehungsweise was schützende Faktoren sein könnten, um Ansätze für die Prävention zu entwickeln.

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