25 Jahre unentdeckt: Wer «Mortimer» schreibt, enthüllt die geheime Windows-Botschaft
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25 Jahre unentdecktWer «Mortimer» schreibt, enthüllt die geheime Windows-Botschaft

Ein Hacker hat im Betriebssystem Windows 95 ein sogenanntes Easter Egg entdeckt. Die Funktion war 25 Jahre lang verborgen. Solche versteckte Botschaften in Software sind keine Seltenheit.

von
Tobias Bolzern

So sieht die gefundene Geheimbotschaft in Windows 95 aus.

Bleepingcomputer.com

Darum gehts

  • Ein Hacker hat in Windows 95 eine versteckte Funktion gefunden.

  • Diese war für die letzten 25 Jahre unentdeckt.

  • Tippt man im richtigen Moment «Mortimer», erscheinen Namen.

Ein Windows-Hacker hat in der Mail-Software von Microsofts Betriebssystem Windows 95 ein verborgenes Feature gefunden. Dies mehr als 25 Jahre, nachdem die Software veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Easter Egg.

Easter Eggs können versteckte Funktionen, Nachrichten oder Mini-Games sein, die Nutzerinnen und Nutzern erst durch bestimmte Aktionen angezeigt werden. Dass Mitarbeitende eines Software-Projekts während der Entwicklung solche Botschaften verstecken, ist keine Seltenheit. Dass sie so lange unentdeckt bleiben, jedoch schon.

Zufällig gefunden

«Es ist offenbar nie zu spät, um Easter Eggs zu entdecken. Ich habe Folgendes zufällig gefunden», erklärt der Windows-Hacker, der bei Twitter unter dem Pseudonym Albacore auftritt. Aktiviert man das Easter Egg, so wird ein geheimes Fenster mit den animierten Namen der Entwickler angezeigt, schreibt die Tech-Website Bleepingcomputer.com.

Damit die Namen angezeigt werden, muss man erst Internet Mail starten, auf «Hilfe» und dann auf «About» klicken. Dort kann die aufgelistete Datei mit dem Namen comctl32.dll ausgewählt werden. Dann muss man über die Tastatur den Begriff «MORTIMER» eingeben. Voilà.

Wie man so etwas «zufällig» entdeckt, erklärt Albacore übrigens ebenfalls auf Twitter. «Ich habe mit einem Freund zusammen ein anderes Easter Egg bei Windows 95 untersucht. Dabei habe ich nach den Namen der Entwickler im System gesucht und dann die Funktion in Internet Mail entdeckt», schreibt der Win-Hacker.

Game bei der SBB

Neben dem Fund von Albacore gibt es zahlreiche bekannte Easter Eggs in beliebten Programmen. So etwa im Browser Chrome. Das wohl beliebteste ist das Dinosaurier-Spiel. Dieses kann aufgerufen werden, wenn man in die Adresszeile chrome://dino eintippt und Enter drückt. Dann startet ein Mini-Game, bei dem man mit einem Dinosaurier über Hindernisse hüpfen muss. Praktisch: Das Mini-Game funktioniert auch dann, wenn man kein Internet hat.

Ein anderes Spiel versteckt sich in der SBB App. Wer im Fahrplan den gleichen Start- und Zielort eingibt, erhält die Meldung: «Hoppla! Abgangs- und Bestimmungsort identisch». Drückt man dann 3-mal auf die Sprechblase des Zugbegleiters, erscheint das versteckte Game «#catchthetrain». Im Mini-Game versucht man einen Zug zu erwischen, indem man über Hindernisse wie Hydranten, Koffer und Tauben hüpft. Das Easter Egg stammt von der Firma Ubique, die die SBB-App programmiert haben.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

Deine Meinung

56 Kommentare
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Vielleicht eine Ente

30.03.2021, 14:20

Habe es gerade ausprobiert und es geht nicht denn bei mir kommt kein Game 🤔

Uuuuuuuuuuuuuuuuuu

30.03.2021, 14:15

es M E G A wichtigs Gheimnis!!! Bubu, bäbä!!!

Advocatus Diaboli

30.03.2021, 14:06

Interessant ist gerade auch, dass das Easter Egg eine Namensliste der Entwickler ist. Eines der bekanntesten frühen Easter Eggs stammt aus dem Spiel «Adventure» aus dem Jahr 1980 für den Atari 2600. Atari hat damals die Spiele vertrieben, ohne die Namen der Entwickler irgendwo anzugeben, damit Konkurrenten ihnen die Entwickler nicht abwerben konnten. Diese Angaben werden auch auch als Bestandteil des Lebenslaufes gesehen und wenn nirgends der eigene Name vorkam, konnte nicht nachvollzogen werden, wer wirklich daran gearbeitet hat, was es den Entwicklern schwer machte, sie als Referenz zu nutzen oder Tantiemen dafür einzufordern. Dies veranlasste den Entwickler des Spiels «Adventure», Warren Robinett dazu, ein Easter Egg zu programmieren, welches im Spiel seinen Namen als Autor anzeigt. Diese Praxis war übrigens auch der Grund dafür, dass andere Entwickler sich von Atari trennten und die Firma Activision gründeten, welche heute eine der grössten Namen in der Branche ist.