Aktualisiert 31.01.2012 10:06

Öko-InvestmentWer nachhaltig investiert, ist glücklicher

Investitionen in umwelt- und sozialverträgliche Anlagen sind für Schöngeister und bringen kaum Rendite? Falsch! Eine Schweizer Studie beweist: Nachhaltigkeit funktioniert.

von
Alex Hämmerli
Auch Supermodel Gisele Bündchen engagiert sich in Sachen Nachhaltigkeit, hier als Botschafterin des UNO-Umweltprogramms in Kenia.

Auch Supermodel Gisele Bündchen engagiert sich in Sachen Nachhaltigkeit, hier als Botschafterin des UNO-Umweltprogramms in Kenia.

Wer sein Geld in schonende Fischzuchtanlagen, Gezeitenkraftwerke oder Firmen steckt, die Häftlinge wieder in die Gesellschaft integrieren, gilt bei vielen als heilloser Ideologe. «Nachhaltige Investitionen rentieren schlicht weniger als konventionelle», mögen viele denken. Dass das nicht stimmt, zeigt beispielsweise eine Studie des Umweltprogramms des Vereinten Nationen UNEP in Genf.

Nachhaltige Investitionen sind demnach ähnlich rentabel wie konventionelle Anlagen. Zudem ist jetzt auch wissenschaftlich belegt, dass Investoren mit ihrem Anlageportfolio glücklicher sind, wenn dieses nachhaltige Unternehmen beinhaltet. Das zeigt die Studie «Nachhaltigkeit bei Bankgeschäften in der Schweiz» der Höheren Fachschule Banking und Finance (AKAD) sowie der Kalaidos Fachhochschule Schweiz, die 20 Minuten Online exklusiv vorliegt.

Glückliche Anleger

Das Forschungspapier basiert auf einer Umfrage bei 302 Kunden von Schweizer Banken. Dieser zufolge sind rund ein Viertel der nachhaltig investierenden Personen mit ihren Engagements «zufrieden» oder sogar «sehr zufrieden». Bei Anlegern mit konventionellem Portfolio liegt die Quote bei lediglich zehn Prozent.

Die Studie zeigt weiter, dass fast zwei Drittel der Befragten an nachhaltigen Anlagen interessiert sind. Allerdings hat nur ein Drittel auch entsprechend investiert. Und der Anteil der Befragten, die ausschliesslich nachhaltig investieren, ist mit 3 Prozent «sehr niedrig», wie die Studienautoren vermerken.

Bessere Information gewünscht

Das Problem liege darin, dass weniger als ein Drittel der Befragten von ihren Kundenberatern Informationen zu nachhaltigen Investments, nachhaltigen Finanzierungen oder einer nachhaltigen Unternehmenskultur erhalten haben. Denn über 70 Prozent der Befragten, die bisher noch nicht nachhaltig investiert haben, glauben, dass es ihre Anlagepolitik beeinflussen würde, wenn sie zum Thema Nachhaltigkeit besser informiert wären.

Bei den Banken gibt es also einen grossen Nachholbedarf: «Die Studie zeigt aus Sicht der Kunden interessante Unterschiede zwischen den Banken und beim Potenzial in der Vermarktung nachhaltiger Produkte auf», sagt Daniel Amstutz, Leiter der AKAD. Es zeige sich ein Handlungsbedarf, der vor allem durch entsprechende Ergänzungen in der Weiterbildung gedeckt werden könne. Aufklärung ist laut Amstutz zudem nicht nur zu möglichen Anlagen nötig, sondern auch bezüglich derer Rentabilität.

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