Neues Tarifsystem: Wer nicht aufpasst, zahlt zu viel fürs Ticket

Aktualisiert

Neues TarifsystemWer nicht aufpasst, zahlt zu viel fürs Ticket

Ärger bei Pro Bahn über den ZVV: Das neue Tarifsystem erfordert Spezial-Wissen. Sonst zahlt man zu viel.

von
Maja Sommerhalder
Ticketlösen ist seit dem Fahrplanwechsel komplizierter geworden.

Ticketlösen ist seit dem Fahrplanwechsel komplizierter geworden.

Von Zürich-Altstetten nach Turgi AG wollte eine 20-Minuten-Leserin letzte Woche fahren. Für diese Fahrt zahlte die Besitzerin des Zone-10-Passes, der für die Stadt Zürich gültig ist, bisher 3.60 Franken. Nach dem Fahrplanwechsel wollte der Automat nun plötzlich mit 7.10 Franken gefüttert werden. Die Frau drückte auf Anschlussbillett und gab die nötigen Zonen bis nach Turgi AG ein – doch auch so musste sie fast doppelt so viel wie bisher bezahlen.

Dies wäre nicht nötig gewesen, klärt Beatrice Henes, Sprecherin des Zürcher Verkehrsbunds (ZVV), auf Anfrage auf: «Anschlussbillette für ZVV-Abo-Besitzer in andere Kantone existieren in unseren Billettautomaten nicht.» Trotzdem könne man das Abo anrechnen lassen: «Man muss aber neu eine Station innerhalb der angrenzenden Zonen eingeben, die nicht mehr im Abo erhalten ist.» Wenn also die Reisende als Abfahrtsort statt wie bisher Zürich-Altstetten die nächste Station auf der S12-Strecke Schlieren gewählt hätte, hätte sie nur noch 4.80 Franken bezahlt.

«Der ZVV sollte richtig informieren»

«Dieses System ist intransparent und kompliziert», findet Marcel Burlet, Vizepräsident von Pro Bahn Zürich: «Der ZVV sollte seine Kunden richtig informieren – etwa mit Anschlägen an den Automaten.» Dies sei aber nicht möglich, so Henes: «Ein gewisses Wissen ist beim Billettlösen erforderlich. Bei Unsicherheiten hilft unser Kundendienst.»

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