Zürich: «Wer nicht fit ist, hat bei uns keine Chancen»
Aktualisiert

Zürich«Wer nicht fit ist, hat bei uns keine Chancen»

40 lebensrettende Einsätze leisten die 170 Bademeister der Stadt Zürich pro Jahr. Sie müssen sich harten Fitnesstests unterziehen, damit sie für Ernstfälle gerüstet sind.

von
Deborah Sutter
Bademeister der Stadt massen sich beim Badi-Cup – das Team Mythenquai gewann.

Bademeister der Stadt massen sich beim Badi-Cup – das Team Mythenquai gewann.

Immer wieder gibt es in den Zürcher Badis Unfälle, bei denen es um Leben und Tod geht. Das Sportamt der Stadt Zürich ist deshalb besonders streng bei der Auswahl seines Personals: «Wer sich bei uns bewirbt, muss seine Fitness unter Beweis stellen», sagt Hermann Schumacher, Leiter der städtischen Badeanlagen. Der Test beinhaltet etwa fünf Meter Tieftauchen oder 500 Meter Schwimmen in 13 Minuten. Monatlich wird die Sportlichkeit der insgesamt 170 Badmeister innerhalb der Teams wieder getestet, dazu kommt einmal pro Jahr eine externer Prüfung: «Wer da dreimal durchfällt, dem wird gekündigt», so Schumacher. Jemand, der nicht fit genug sei, könne im Ernstfall nicht schnell genug reagieren, was man sich nicht erlauben könne. Die Bademeister des Sportamts machen 7000 bis 8000 Hilfseinsätze pro Jahr. Davon sind 40 lebensrettend.

«Besonders acht geben wir auf Migranten, da sich diese oft nur Meerwasser gewohnt sind und im Süsswasser Schwierigkeiten bekommen», so Schumacher. Und bei Sprungtürmen oder Rutschbahnen stehe immer ein Bademeister, der die Situation im Auge habe. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen lasse sich nicht jeder Unfall vermeiden: «Zu erkennen, wer in Not ist, ist schwierig – wären wir immer rechtzeitig alarmiert worden, hätten wir jeden Menschen retten können.»

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