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Flexibilität im JobWer nicht mitbestimmen kann, stirbt früher

Ein fordernder Beruf mit wenig Entscheidungsfreiheit macht dick. Gemäss einer Studie erhöht das auch drastisch die Sterberate.

von
Salome Kern
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Menschen, die einen Beruf mit hohen Anforderungen haben, aber wenig mit entscheiden dürfen, sind dicker, als jene die Einfluss nehmen können.

Menschen, die einen Beruf mit hohen Anforderungen haben, aber wenig mit entscheiden dürfen, sind dicker, als jene die Einfluss nehmen können.

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Ausserdem haben sie eine 34 Prozent höhere Sterblichkeit. Besonders Angestellte, die in der Dienstleistungsbranche an der Front arbeiten, sind davon betroffen.

Ausserdem haben sie eine 34 Prozent höhere Sterblichkeit. Besonders Angestellte, die in der Dienstleistungsbranche an der Front arbeiten, sind davon betroffen.

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Aber auch in der Produktion zeigt sich dasselbe Bild. Die Prozesse und Ziele sind vorgegeben und die Angestellten können wenig mitgestalten.

Aber auch in der Produktion zeigt sich dasselbe Bild. Die Prozesse und Ziele sind vorgegeben und die Angestellten können wenig mitgestalten.

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Sie arbeiten in einem Beruf mit hohen Anforderungen, können aber wenig selber entscheiden? Dann folgt nun eine schlechte Nachricht für Sie: Menschen, die stressige Jobs haben, aber ihren Arbeitsablauf nicht selber gestalten können, sterben früher oder leben ungesünder. Das ist das Resultat einer Studie der Universität Indiana.

55 Prozent sterben an Krebs

Doch nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines frühen Todes steigt, sondern auch der Body-Mass-Index. Angestellte in fordernden Berufen mit wenig Einfluss auf die Arbeit sind schwergewichtiger als jene mit viel Einfluss. So verwundert es nicht, dass die häufigste Todesursache der Studienteilnehmer mit 55 Prozent Krebs ist. Schon frühere Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und der Erkrankung gibt.

Ein grösserer Einfluss auf die Arbeit kann helfen, mit dem Stress umzugehen – wie bereits in früheren Studien herauskam. Dass das aber die Sterblichkeitsrate um 34 Prozent senken kann, ist neu. Es ist also nicht der Stress, der in diesem Fall tödlich ist. «Stressige Jobs können sich sogar positiv auf die Gesundheit auswirken, solange sie mit einer hohen Entscheidungsfreiheit gepaart sind», erklärt der Studien-Autor Erik Gonzalez-Mulé.

Flexibilität ist nicht immer möglich

Besonders gefährdet sind Angestellte im Dienstleistungsbereich oder in der Produktion. Das Problem bei solchen Berufen ist, dass es häufig nur einen richtigen Weg gibt, die Arbeit zu erledigen. Ausserdem sind die Angestellten in Arbeitsprozesse eingebunden und können ihren Arbeitsalltag deshalb nicht flexibel organisieren. Anders sieht es bei landwirtschaftlichen Arbeitern aus, deren Sterberate war bedeutend tiefer.

Gemäss der Studie scheint es sich also zu lohnen, die eigene Stelle neu zu strukturieren. Kann ich meine Ziele selber definieren? Ist flexibleres Arbeiten möglich? Bei welchen Entscheidungen habe ich Mitspracherecht? Auch schon frühere Studien zeigten, dass jene Angestellten, die ihren Stellenbeschrieb mitgestalten können, insgesamt glücklicher sind.

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