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Leser-Umfrage zeigtWer noch keine Kinder hat, will übervorsichtig sein

Eltern und Noch-Nicht-Eltern sind beim Thema Schwangerschaft gar nicht einer Meinung. Vor allem bei der Frage «Was tun, wenn das Kind krank zur Welt kommen wird?» ist man sich uneins.

von
Viktoria Weber

Wer heutzutage ein Kind erwartet, kann nicht nur vorab erfahren, ob es Junge oder Mädchen wird, sondern auch ob es – im besten Fall – kerngesund ist oder möglicherweise mit einem Gen-Defekt zur Welt kommen wird. Eine Umfrage von 20 Minuten Online, an der 7613 Personen teilgenommen haben, zeigt nun, wie viel die Eltern unter unseren Lesern tatsächlich vorab wissen wollten und welche Untersuchungen die Personen machen lassen würden, die noch keine Kinder haben.

Ein deutlicher Trend zieht sich durch alle Umfrage-Ergebnisse: Die Befragten, die bisher noch kinderlos sind, würden insgesamt viel vorsichtiger handeln. So zum Beispiel bei der Untersuchung Spina Bifida, im Volksmund «offener Rücken» genannt: 44 Prozent – und damit eine Minderheit – der befragten Eltern haben diese Untersuchung bei ihrem ungeborenen Kind machen lassen. Bei den Befragten, die noch kinderlos sind, sieht das Ergebnis folgendermassen aus: 29 Prozent antworteten «Keine Ahnung» – wahrscheinlich wissen die meisten auch gar nicht, was das überhaupt ist, da sie sich bisher noch nicht mit dem Thema auseinandersetzen mussten. Dennoch antwortete mehr als die Hälfte (54 Prozent) mit «Ja». Sie würden die Untersuchung also machen lassen.

Ein Fünftel liess pränatale Untersuchung machen

Ein noch deutlicheres Bild zeichnet sich bei der Frage nach den pränatalen Untersuchungen, die einen möglichen Gen-Defekt ausmachen sollen, ab: Lediglich knapp drei Prozent der befragten Eltern gaben an, dass ein solcher Defekt bei einem der beiden Elternteile vorliegt. Dennoch hat ein Fünftel eine solche Untersuchung bei dem ungeborenen Kind vornehmen lassen. Als Hauptgründe dafür wählten die meisten von ihnen einerseits «Wir wollten einfach alles checken, was man checken kann» und «Weil der Arzt/die Ärztin das empfohlen hat». Bei zwei Prozent der Untersuchungen wurde tatsächlich ein Gen-Defekt gefunden.

Unter den Befragten, die noch keine Kinder haben, würden deutlich mehr auf Nummer sicher gehen: Obwohl auch von ihnen lediglich zwei Prozent einen Gen-Defekt haben, würden 55 Prozent von ihnen die pränatale Untersuchung durchführen lassen. Auffällig ist hierbei, dass die befragten Männer noch vorsichtiger handeln würden als die Frauen: 60 Prozent der kinderlosen Herren würden eine pränatale Untersuchung durchführen lassen, bei den Frauen sind es dagegen nur 53 Prozent.

Abtreibung kommt für Eltern weniger in Frage

Doch was, wenn herauskommt, dass mit dem ungeborenen Kind tatsächlich etwas nicht in Ordnung ist und dieses mit einer Krankheit zur Welt kommen würde? Auch da unterscheiden sich die Meinungen der Eltern von den Befragten, die noch keine Kinder haben: Bei den befragten Eltern kommt ein Schwangerschaftsabbruch insgesamt deutlich seltener infrage. Die Personen, die noch keine Kinder haben, ziehen diese Möglichkeit eher in Betracht (siehe Grafik 5, 6 und 7 in der Bildstrecke oben).

Die besondere Vorsicht, mit der Noch-Nicht-Eltern vorgehen würden, zeigt sich auch bei dem Verhalten, welche diese an den Tag legen wollen, wenn sie mal ein Kind erwarten: 76 Prozent wollen einen Geburtsvorbereitungskurs machen, 57 Prozent der Frauen möchten dann an einem Rückbildungskurs teilnehmen. Hin und wieder rauchen würden nur fünf Prozent und täglich einen Kaffee trinken würden 16 Prozent.

Beim zweiten Kind wird man lockerer

In Wirklichkeit ist man dann aber doch deutlich weniger pingelig: Nur 62 Prozent der befragten Eltern haben den Geburtsvorbereitungs- und 46 Prozent der Frauen den Rückbildungskurs gemacht. 18 Prozent der Mütter haben hin und wieder geraucht, 41 Prozent haben täglich einen Kaffee getrunken, beziehungsweise haben so viel Kaffee konsumiert, wie sie es auch ausserhalb der Schwangerschaft taten.

Dass man mit allem noch etwas vorsichtiger ist, wenn man die Erfahrung, Eltern zu werden, noch nicht gemacht hat, zeigt auch das folgende Ergebnis: Von den Personen, die mehrere Kinder haben, gingen die meisten bei der zweiten Schwangerschaft wieder genauso vor wie bei der ersten, aber immerhin ein knappes Drittel gab an, beim zweiten Mal mit allem etwas lockerer gewesen zu sein.

Umfragedaten

An der nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online haben insgesamt 7613 Personen teilgenommen, davon 5545 Frauen und 2068 Männer. 31 Prozent der Befragten haben Kinder – rund die Hälfte davon hat eins, die andere Hälfte hat mehrere. Die restlichen 69 Prozent gaben an, bisher noch kinderlos zu sein.

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