23.06.2017 20:19

Innovatives FestivalWer pinkelt, versorgt das Glastonbury mit Power

Das britische Musikfestival glänzt dieses Jahr nicht nur mit Top-Acts. Es denkt auch an die Umwelt. Besucher erzeugen beim Pinkeln Strom.

von
net
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Ein Selfie zur Erinnerung: Die Besucher des diesjährigen Glastonbury-Festivals zieht es diese Woche aufs Gelände. Gut ausgerüstet müssen sie sein – denn es drohen Gewitter und Matsch. Das könnte das Glitzer-Styling dieser jungen Damen gefährden.

Ein Selfie zur Erinnerung: Die Besucher des diesjährigen Glastonbury-Festivals zieht es diese Woche aufs Gelände. Gut ausgerüstet müssen sie sein – denn es drohen Gewitter und Matsch. Das könnte das Glitzer-Styling dieser jungen Damen gefährden.

epa/Nigel Roddis
Die Engländer könnten doch tatsächlich etwas gelernt haben. Zumindest diese junge Besucherin. Sonst kennen wir die Briten doch eher verbrannt und nicht als besonders grosse Sonnencreme-Puristen.

Die Engländer könnten doch tatsächlich etwas gelernt haben. Zumindest diese junge Besucherin. Sonst kennen wir die Briten doch eher verbrannt und nicht als besonders grosse Sonnencreme-Puristen.

AP/Grant Pollard
Und wie sie krampfen. Gut, denn das Festival dauert mehrere Tage. Die Wetterprognose: eher unbeständig. Nett ausgedrückt.

Und wie sie krampfen. Gut, denn das Festival dauert mehrere Tage. Die Wetterprognose: eher unbeständig. Nett ausgedrückt.

epa/Nigel Roddis

Eines des grössten Festivals Europas beginnt: In die Kleinstadt Glastonbury im Südwesten Englands, wo 1971 David Bowie performte, pilgerten am Mittwoch Hunderttausende von Fans. Sie werden dieses Jahr Grössen wie Radiohead oder die Foo Fighters spielen sehen.

Momentan ist das Wetter noch einigermassen sonnig. Das könnte sich jedoch bald ändern – es wurden bereits Unwetterwarnungen ausgegeben. Es wäre nicht das erste Mal, dass Glastonbury im Schlamm versinkt. Entsprechend sind die Festivalbesucher reichlich bepackt (siehe Bildstrecke).

Aus Pipi wird Strom

Urin ist dieses Jahr ein grosses Thema am Glastonbury. Nein, es handelt sich nicht um eine Band. Tatsächlich wird aus dem Harn der Besucher Strom erzeugt. Und das zum ersten Mal im grossen Stil: Umgesetzt hat die Weltpremiere der sogenannten «Pee Power» das Biologie-Zentrum der Universität Bristol, wie die britische «Metro» schreibt.

So werden wenige Meter von der Hauptbühne entfernt Pissoirs für 40 Personen angebracht, mit denen Strom für Info-Displays erzeugt werden kann. Eine etwas kleinere Toilette liefert Strom und Licht sowie Power für das Aufladen von Smartphones.

Urin-Strom für die Dritte Welt

Hinter dem Grossprojekt steckt unter anderem die Bill & Melinda Gates Foundation: Damit kann vielleicht in Zukunft aus Urin auch Strom für die Dritte Welt gewonnen werden. Der Harndrang nach dem Biergenuss hat dann doch noch etwas Positives.

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