09.04.2018 16:43

Exit-Games

Wer schafft es raus aus dem Escape Room?

Escape Room ist ein Spiel, bei dem versucht wird, einen abgeschlossenen Raum innert einer Frist zu verlassen. Wir haben die Herausforderung angenommen.

von
Daniela Gschweng
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Der Eingang zum Escape Room in der Central Station in Basel.

Der Eingang zum Escape Room in der Central Station in Basel.

escapebasel.ch
Auf diesem Sofa gibt es erste Erklärungen, Hinweise und das nötige Material: ein Handy, mit dem der Spielleiter mit den Besuchern kommunizieren und falls nötig Hinweise geben kann ...

Auf diesem Sofa gibt es erste Erklärungen, Hinweise und das nötige Material: ein Handy, mit dem der Spielleiter mit den Besuchern kommunizieren und falls nötig Hinweise geben kann ...

escapebasel.ch
... ein kleines Whiteboard mit Stift für Notizen und eine Art Drehschlüssel.

... ein kleines Whiteboard mit Stift für Notizen und eine Art Drehschlüssel.

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Fluchträume, Escape Rooms oder Exit-Games schiessen seit einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden. Allein in Basel gibt es mittlerweile etwa ein Dutzend. Sie tauchen auf Tripadvisor auf und bekommen mehr Bewertungen als Hotels.

Wir wollten wissen, was an dem Hype dran ist. Deshalb setzten wir uns vor einigen Wochen auf ein Sofa im Keller der Central Station in Basel und warteten darauf, eingesperrt zu werden.

Nebenbei die Welt retten

Zuerst bekamen wir ein Handy der Marke «Knochen» überreicht, liessen uns von Marco Lanzetta die Regeln erklären. Es geht darum, einen verschlossenen Raum durch Lösen von allerlei Rätseln innert einer Frist wieder zu verlassen.

Nebenbei muss auch noch die Welt gerettet werden. Oder zumindest Basel. Storyboard unserer Reise war das Chemieunglück in Schweizerhalle 1986. In Basel suppt eine giftige Brühe durch den Untergrund, die defekten Rohre werden demnächst bersten. Nur das Escape-Team, bestehend aus zwei «Living»-Redaktorinnen, kann die Katastrophe verhindern.

Klemmende Zahlenschlösser und 80er-Jahre-Ambiente

«Bitte versucht nicht, irgendwas mit reiner Muskelkraft lösen zu wollen oder abzureissen», bat Lanzetta. Die einzige Stelle, an der es ein wenig Kraft brauchte, wie sich später herausstellte, war das Öffnen von klemmenden Zahlenschlössern. Sonst zählen ausschliesslich Kombinationsvermögen und ein waches Auge.

Ein Escape Room lebt von der Kreativität seiner Erbauer. Da haben Lanzetta und sein Partner ganze Arbeit geleistet, stellten wir fest. Sehr sehenswert sind die mit Originalstücken der 80er-Jahre liebevoll ausgestatteten Räume.

Das schwarze Wählscheibentelefon, mit dem immer wieder Spieler zu telefonieren versuchen, zum Beispiel. Was – nebenbei gesagt – nichts bringt und die Insassen auf eine falsche Fährte locken soll. Wer die Rätsel erfolgreich lösen will, denkt am besten in unüblichen Bahnen.

Querdenken und Basel retten

Wir trafen auf einen Staubsauger und eine Mäusefamilie, fuhren Tram, enträtselten Zahlencodes, öffneten verschlossene Klappen, Schränke, Kisten. Gelegentlich piepste das Uralt-Handy mit hilfreichen SMS. Mehr dürfen wir an dieser Stelle nicht verraten, auch Fotos zu schiessen ist nicht erlaubt.

Als sich die letzte Tür öffnet, sind 90 spannende Minuten um. Basel ist gerettet, und wir stehen wieder in den Räumen der Central Station.

Damit haben wir uns gut geschlagen, und ein wenig stolz sind wir auch. Unter den Medien-Teams war seither nur die Basler «Tageswoche» schneller, das aber in deutlich grösserer Besetzung. Der Rekord liegt bei knapp unter 45 Minuten.

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