Aktualisiert 24.02.2017 14:35

«Gehirnwäsche»Wer schläft, vergisst

Schlaf ist wichtig – zur Erholung und um Energie zu tanken. Doch es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund für die nächtliche Ruhezeit.

von
fee
1 / 22
Der menschliche Körper braucht Ruhephasen, um gesund zu bleiben.

Der menschliche Körper braucht Ruhephasen, um gesund zu bleiben.

iStock/Geber86
Denn chronischer Schlafmangel beschert den Betroffenen Momente geistiger Abwesenheit, verminderter Aufmerksamkeit sowie Stimmungsschwankungen und macht dick. Kurz: Er macht auf Dauer krank.

Denn chronischer Schlafmangel beschert den Betroffenen Momente geistiger Abwesenheit, verminderter Aufmerksamkeit sowie Stimmungsschwankungen und macht dick. Kurz: Er macht auf Dauer krank.

iStock/Arttanja
Doch Schlaf sorgt nicht nur – anders als bislang gedacht – für Erholung, sondern hilft auch, um zu vergessen. Das berichten Forscher der Universität Wisconsin-Madison.

Doch Schlaf sorgt nicht nur – anders als bislang gedacht – für Erholung, sondern hilft auch, um zu vergessen. Das berichten Forscher der Universität Wisconsin-Madison.

iStock/Brauns

Wer am Tag fit sein will, muss ausreichend schlafen. Denn nur dann hat der Körper genügend Zeit, sich zu regenerieren. So lautet die gängige Meinung.

US-Forscher haben jedoch eine weitere Erklärung für den Schlafbedarf von Mensch und Tier gefunden, wie die «New York Times» berichtet: Ihnen zufolge ruhen diese nämlich auch, um zu vergessen.

Schlaf zerstört Synapsen

Die Biologen Giulio Tononis und Chiara Cirelli von der Universität Wisconsin-Madison beobachteten in ihrer Studie, dass während des Schlafes die Synapsen im Gehirn (siehe Box) teilweise zerschnitten werden. Auf diese Weise gehen unwichtige Erinnerungen verloren.

Um ganz sicher zu gehen, überprüften die Forscher ihre Theorie in einem Labor-Experiment. Dafür behandelten sie Neuronen so, dass sie mehr Synapsen als sonst bildeten.

Diese beobachteten die Forscher während des Schlafes und wurden in ihrer Annahme bestätigt. Ebenso wie durch Untersuchungen, die sie mit Mäusen durchführten. Jedes Mal zeigte sich: Während der Ruhephase werden Synapsen teilweise zerstört.

Protein verantwortlich

Doch das ist noch nicht alles, wie Graham D. Diering von der Johns-Hopkins-Universität in seiner Arbeit herausgefunden hat. Auch er forschte an Mäusen. Allerdings fokussierte er auf die Oberflächenproteine an den Synapsen des Gehirns.

Dabei stellte er fest, dass deren Anzahl und somit auch die Anzahl der Synapsen im Schlaf sinkt. Besonders auffällig verhielt sich ein Protein namens Homer1A, dessen Aufbau der Schlaf fördert.

Grund zur Sorge besteht nicht

Dieses führt dazu, Unwichtiges zu vergessen. Mäuse, bei denen der Aufbau des Proteins gehemmt war, blieben während der Experimente, in denen sie mit neuen Situationen konfrontiert waren, schreckhaft und ängstlich, da sie Erlebtes nicht vergessen konnten. Die unbehandelten Mäuse dagegen zeigten sich mutig und neugierig.

Alles geht jedoch nicht vergessen: Laut Diering werden während des Schlummerns nur etwa ein Fünftel der Synapsen gekappt. Das sorgt dafür, dass wirklich wichtige Informationen nicht verloren gehen.

Das hat es mit den Synapsen auf sich

Das hat es mit den Synapsen auf sich

Die Synapsen im Gehirn bilden sich sekündlich neu. Und zwar immer dann, wenn der Mensch etwas denkt oder tut. Das ist wichtig. Denn die Verbindungen zwischen den Neuronen dienen dazu, Informationen miteinander zu verknüpfen. Zudem werden neue Erinnerungen darin gelagert.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.