Neue Studie : Wer Selfies postet, ist asozial
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Neue Studie Wer Selfies postet, ist asozial

Je mehr Fotos ein Mann von sich postet, desto selbstverliebter und asozialer ist er. Darauf lässt zumindest eine neue US-Studie schliessen.

von
pst
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Forscher der Ohio State University haben in einer Studie belegt, dass Männer, ...

Forscher der Ohio State University haben in einer Studie belegt, dass Männer, ...

Colourbox.de
... die sich mit dem Smartphone häufig selber ablichten, ...

... die sich mit dem Smartphone häufig selber ablichten, ...

Keystone/AP/Fred Chartrand
... um die Bilder dann auf sozialen Medien mit der ganzen Welt zu teilen, ...

... um die Bilder dann auf sozialen Medien mit der ganzen Welt zu teilen, ...

Keystone/AP/Chris Pizzello

Das Ergebnis einer neuen Studie aus Amerika mag zwar nicht sonderlich erstaunen, aber Forscher der Ohio State University konnten jetzt zum ersten Mal belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Posten von Selfies und einem erhöhten Grad an Narzissmus gibt – zumindest bei Männern. Zudem weisen Männer, die häufiger Bilder von sich online stellen, auch eine grössere Anfälligkeit für psychische Störungen auf.

Für die Studie wertete Jesse Fox, zusammen mit einer Studentin Umfragebögen aus, die sie von einem Magazin erhalten hatte. Die Forscherin betont, dass Männer, die häufig Selfies posten, nicht zwangsläufig Narzissten oder Psychopathen sein müssen. Die Befragten – 800 Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren – blieben alle im Bereich normaler Verhaltensweisen. Notorische Poster wiesen aber asoziale Charakterzüge auf, die klar über dem Durchschnitt lagen. Die Studie wurde in der Online-Ausgabe des Journals «Personality and Individual Differences» publiziert.

Fragen zum Verhalten auf sozialen Medien

Dafür wurden die 800 Männer über ihr Verhalten bezüglich dem Posten von Bildern auf sozialen Medien befragt. Zudem mussten sie standardisierte Fragen zu asozialem Verhalten und ihrer Selbsteinschätzung gegenüber anderen beantworten. Ferner wurden sie nicht nur aufgefordert, anzugeben, wie oft sie Fotos von sich online stellten, sondern auch, ob sie die Bilder vor dem Upload jeweils bearbeiteten. «Die meisten Leute denken, dass Männer so etwas nicht tun», so die Forscherin. «Sie tun es aber auf jeden Fall.»

Die Auswertung zeigte, dass ein Zusammenhang zwischen häufigem Posten von Fotos, Narzissmus und Psychopathie bestand. Zwischen Psychopathie und dem Bearbeiten von Bildern konnten die Forscher indes keine Relation herstellen. Dies mache Sinn, so Fox, da Psychopathie durch Impulsivität charakterisiert werde. «Man macht ein Selfie und stellt es sofort online. Man will sich selber sehen und keine Zeit mit der Bearbeitung verschwenden», folgert die Autorin der Studie.

Narzissmus und Psychopathie:

Narzissten glauben von sich selbst, sie seien schlauer, attraktiver und allgemein besser als andere. Narzissmus ist aber auch von unterschwelliger Unsicherheit begleitet. Psychopathie wiederum hat mit fehlender Rücksicht, einem Mangel an Einfühlungsvermögen und einer Tendenz zu impulsivem Verhalten zu tun.

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