06.12.2019 09:03

Plus 5000 Franken

Wer sich einbürgern lässt, verdient mehr

Einbürgerungen lohnen sich. Denn mit dem Schweizerpass verdienen Arbeitnehmer hierzulande bis zu 5000 Franken mehr.

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Mit dem Erwerb der Staatsbürgerschaft gelingt nicht nur die Integration besser.

Mit dem Erwerb der Staatsbürgerschaft gelingt nicht nur die Integration besser.

Keystone/Christian Beutler
Wer den Schweizerpass einmal besitzt, verdient bis zu 5000 Franken mehr. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die gemeinsam von Forschern der ETH Zürich und der Standford University durchgeführt wurde.

Wer den Schweizerpass einmal besitzt, verdient bis zu 5000 Franken mehr. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die gemeinsam von Forschern der ETH Zürich und der Standford University durchgeführt wurde.

Keystone/Gaetan Bally
Der Erhalt der Staatsbürgerschaft erhöhe das Einkommen während der folgenden 15 Jahre um durchschnittlich 5000 Franken pro Jahr.

Der Erhalt der Staatsbürgerschaft erhöhe das Einkommen während der folgenden 15 Jahre um durchschnittlich 5000 Franken pro Jahr.

Keystone/Christian Beutler

Um 5000 Franken pro Jahr steigt das Einkommen, wenn eine Person eingebürgert wurde. Das schreibt die ETH Zürich zu einer neuen Studie, die Forscher der ETH und der Standford University durchgeführt haben.

«Die Einbürgerung wirkt wie ein Katalysator für die Integration», sagt Dominik Hangartner, Professor für Politikanalyse an der ETH Zürich und Co-Autor der Studie, in einer Mitteilung der ETH.

Der Erhalt der Staatsbürgerschaft erhöhe das Einkommen während der folgenden 15 Jahre um durchschnittlich 5000 Franken pro Jahr. Dabei gäbe es aber Unterschiede, so Hangartner. Die positiven Effekte seien bei tiefen Löhnen am grössten. Am meisten komme die Schweizer Staatsbürgerschaft Zugewanderten aus der Türkei und Ex-Jugoslawien zugute.

46 Deutschschweizer Gemeinden untersucht

Um auszuschliessen, dass nicht andere Faktoren zur Einkommenserhöhung führten, stammen die Daten der Studie laut dem ETH-Schreiben aus jenen Gemeinden, die bis 2003 in geheimer Urnenabstimmung über individuelle Einbürgerungsgesuche entschieden. Man habe sich dabei auf knappe Einbürgerungsentscheide konzentriert.

Konkret: Die Forschenden analysierten in 46 Deutschschweizer Gemeinden Einbürgerungsgesuche mit knappem Ausgang und verglichen die Einkommen der knapp Nicht-Eingebürgerten und der knapp Eingebürgerten in den Jahren vor und nach dem Entscheid.

Zwischen diesen beiden Gruppen bestehen, so Co-Autor Dalston Ward, kaum Unterschiede bezüglich Geschlecht, Einkommen vor der Einbürgerung oder Herkunft. Deshalb fallen diese Faktoren als mögliche Erklärung für die Einkommenserhöhung weg.

Frühe Einbürgerung wirkt sich positiv aus

In der Mitteilung werden konkrete Empfehlungen gegeben, die auch für den Staat interessant sind: «Unsere Studie zeigt, dass die Einbürgerung die wirtschaftliche Integration langfristig fördert.»

Die positiven Effekte der Einbürgerung auf die Integration und das Lebenseinkommen seien umso grösser, je früher sich eine Person einbürgern lasse, erklärt Hangartner.

(sda)

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