«First come, first served»: Wer sich jetzt registriert, kommt schneller zur Impfung
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«First come, first served»Wer sich jetzt registriert, kommt schneller zur Impfung

In vielen Kantonen kann sich die breite Bevölkerung bereits für die Corona-Impfung registrieren. Dies ist vielen nicht bekannt – obwohl innerhalb der Impfgruppe «first come, first served» gilt.

von
Céline Krapf
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Der Grossteil der Schweizer muss sich gedulden, wenn sie sich gegen Corona impfen möchten.

Der Grossteil der Schweizer muss sich gedulden, wenn sie sich gegen Corona impfen möchten.

20min/Taddeo Cerletti
Derzeit werden nur Personen in Prioritätenkategorien geimpft.

Derzeit werden nur Personen in Prioritätenkategorien geimpft.

20min/Matthias Spicher
Bis Ende Juli sollten alle Erwachsenen, die das möchten, geimpft werden. 

Bis Ende Juli sollten alle Erwachsenen, die das möchten, geimpft werden.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Die Corona-Impfung ist derzeit spezifischen Gruppen vorbehalten, wie Menschen über 75 Jahren und Risikopersonen.

  • Für die Impfung anmelden kann sich aber in vielen Kantonen bereits heute die Gesamtbevölkerung ab 18 Jahren.

  • Die Personen ausserhalb der bevorzugten Gruppen müssen zwar länger auf einen Termin warten, werden aber informiert, sobald ein Impf-Termin möglich ist.

  • Zudem gelte das Prinzip «first come, first serve» innerhalb der Impfgruppe, teilen mehrere Kantone mit.

Für den Grossteil der Schweizer Bevölkerung liegt ein Impftermin noch in weiter Ferne. Registrieren könnte man sich vielerorts aber bereits heute: «In vielen Kantonen können sich alle Impfwilligen – unabhängig vom Alter und der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe – registrieren lassen, und dies schon seit mehreren Wochen», teilt Tobias Bär, Kommunikationsverantwortlicher der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) mit. Die Registrierung sei aber nicht gleichbedeutend mit einer Anmeldung zu einem Impftermin: «Letztere erfolgt erst, wenn die jeweilige Person gemäss der Risikogruppen-basierten Impfstrategie an der Reihe ist.»

So können sich beispielsweise die Kantonsbevölkerung von Basel, Aargau, Freiburg und Solothurn bereits heute online für einen Impftermin registrieren. Diese Möglichkeit ist der breiten Bevölkerung offenbar aber je nach Kanton kaum bekannt. Darauf weisen auch die Zahlen hin: Im Kanton Luzern haben sich bislang rund 9500 Personen aus der Bevölkerungsgruppe ohne Priorisierung angemeldet, im Kanton Bern machen die 16 bis 44-Jährigen erst rund 20 Prozent der Registrierungen aus.

Erster Schritt für Terminvergabe

Dafür Werbung machen wolle man nicht, weil die Wartezeiten bis zur Impfung lang sein könnten, teilt der Thurgauer Kommunikationsverantwortliche Thomas Walliser Keel mit. Derweil fürchtet der Kanton Zug eine erneute Systemüberlastung, wie Mediensprecher Aurel Köpfli zu Zentralplus sagt. Man wolle bewusst nicht allzu gross kommunizieren. Der Kanton Wallis fordere Menschen ausserhalb der Prioritätskategorien explizit zum Warten auf, in Zürich und St. Gallen ist für die breite Bevölkerung noch keine Anmeldung oder Registrierung möglich. Dies geschehe, «sobald Termine in den Impfzentren für April gesichert vergeben werden können», teilt Sprecherin der Zürcher Gesundheitsdirektion Lina Lanz mit.

Eine vorherige Registrierung mache aber durchaus Sinn, da man bereits den ersten Schritt für eine Terminvergabe erledigt habe, schreibt Gundekar Giebel, Sprecher der Berner Gesundheitsdirektion. «Da es bei der Terminvergabe über die Plattform nach dem Prinzip der Gleichberechtigung geht, kann der Impftermin rascher gebucht werden.» Es gelte: «first come, first serve. Dies sehe das Anmelde-Tool des Bundes so vor, erklärt Thomas Jud von der Staatskanzlei Solothurn: Im «Sinne der Zielgruppe» sei das Registrierungsdatum bei der automatischen Terminzuweisung bei gleicher Prioritätsstufe «strikt zu berücksichtigen». Auch für den Kanton kann eine Vorab-Registrierung positiv sein: «Wer sich jetzt schon registriert, hilft uns in der Planung», bestätigt Maria Gares vom Aargauer Gesundheitsdepartement.

Luzern verschickt regelmässigen «Statusbericht»

Registrierte Personen würden per SMS aufgeboten, sobald ein Termin in einem Impfzentrum verfügbar sei, teilen die Gesundheitsdirektionen mit. In Luzern wird zudem regelmässig ein «Statusbericht» verschickt. Durch die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) könne die Wartezeit bis zum Impftermin aber «einige Tage bis Monate» dauern, so Michel Hassler, Sprecher des Aargauer Gesundheitsdepartements.

Denn laut Impfstrategie des Bundes sollen besonders gefährdete Personen, deren Haushaltsmitglieder und das Gesundheitspersonal priorisiert werden. Erst im Sommer ist die Impfung von allen Erwachsenen, die das wollen, geplant.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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