San Marino: «Wer sich nicht impfen lässt, bezahlt die Behandlungskosten selbst»
Publiziert

San Marino«Wer sich nicht impfen lässt, bezahlt die Behandlungskosten selbst»

Der Zwergstaat San Marino inmitten Italiens will im Kampf gegen das Virus durchgreifen: Wer sich nicht gegen das Coronavirus impfen lässt, muss im Fall einer Infektion selbst für die Kosten aufkommen.

von
Reto Heimann
1 / 4
San Marino  setzt im Kampf gegen das Virus auf spezielle Massnahmen.

San Marino setzt im Kampf gegen das Virus auf spezielle Massnahmen.

Getty Images/iStockphoto
Wer sich nicht impfen lässt, bezahlt die anfallenden Kosten bei einer Infektion selbst.

Wer sich nicht impfen lässt, bezahlt die anfallenden Kosten bei einer Infektion selbst.

Getty Images/iStockphoto
Das schlägt der Staatsekretär San Marinos vor.

Das schlägt der Staatsekretär San Marinos vor.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • In San Marino ist die Gesundheitsversorgung grundsätzlich für alle Bewohner gratis.

  • Nun fordert der Staatssekretärs San Marinos: Wer sich nicht impfen lässt, muss die Behandlungskosten selbst bezahlen.

  • Die Corona-Massnahmen sind im Zwergstaat inmitten Italiens ansonsten weniger streng als anderswo.

San Marino kennt kein Erbarmen mit Impfgegnern. Sobald die Impfung im Kleinstaat inmitten Italiens verfügbar sein wird, möchten die Behörden, dass sich möglichst die ganze Bevölkerung gegen das Virus impft. Wer sich weigert, muss die Konsequenzen tragen. Wer sich dann mit dem Virus infiziert, muss die Behandlungskosten vollumfänglich selbst tragen. Das schreibt «La Repubblica».

Das zumindest ist der Vorschlag des Staatssekretärs von San Marino Roberto Ciavatta. «Der Impfstoff wird in San Marino für die gesamt Bevölkerung gratis sein», erklärt er. «Wer sich aus freien Stücken entscheidet, sich nicht zu impfen, wird für die Behandlung selbst aufkommen müssen», droht er den Impfgegnern.

Davon ausgenommen sind Personen, die aus medizinischen Gründen – etwa weil sie auf den Impfstoff allergisch reagieren – sich nicht impfen lassen können. Noch muss Ciavattas Vorschlag durch den Consiglio Grande und den Consiglio Generale – die beiden Parlamentskammern San Marinos – gutgeheissen werden.

Keinerlei Einschränkungen über die Festtage

Die Gesundheitsversorgung im Zwergstaat nahe des italienischen Touristenortes Rimini ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Nur für Impfgegner soll dieses Prinzip nicht gelten.

Ansonsten verfolgt San Marino eine eher laxe Coronapolitik – gerade im Gegensatz zu Italien, von dem es vollständig umschlossen ist. So bestehen für die San Marinesen über die Festtage keinerlei Einschränkungen. Auch in die benachbarten italienischen Provinzen Emilia Romagna und Marche dürfen die Bewohner und Bewohnerinnen San Marinos reisen.

Umgekehrt bieten viele sanmarinesische Hotels Spezialangebote für Italiener an, die über die Festtage von weniger Restriktionen profitieren wollen. Luxushotels bieten Pauschalangebote an, in denen vom Buffet über die Live-Musik bis hin zu Openair-Veranstaltungen an Silvester alles inklusive ist. Das sorgt gerade im benachbarten Touristenort Rimini, der sich an die viel strikteren Corona-Regeln Italiens halten muss, für Unmut.

Deine Meinung