21.10.2019 21:25

StudieWer sich weniger den Kopf zerbricht, lebt länger

Je mehr das Gehirn Gedanken hin und her wälzt, desto mehr scheint sich die Lebensdauer zu verkürzen. Das berichten US-Forscher.

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Geben Sie das Grübeln auf! Laut Forschern der Harvard Medical School scheint häufiges Gedankenwälzen die Lebensdauer zu verkürzen.

Geben Sie das Grübeln auf! Laut Forschern der Harvard Medical School scheint häufiges Gedankenwälzen die Lebensdauer zu verkürzen.

iStock/Martin-dm
Positive Gedanken dagegen halten den Menschen gesund. Das zeigte eine frühere Studie von Forschern der Harvard University.

Positive Gedanken dagegen halten den Menschen gesund. Das zeigte eine frühere Studie von Forschern der Harvard University.

iStock/Wundervisuals
Die Untersuchung von 70'000 Frauen zeigte: Diejenigen, die weitgehend positiv gestimmt unterwegs waren, hatten nicht nur deutlich weniger Gesundheitsprobleme, sie überstanden diese auch besser. Deshalb raten die Wissenschaftler, das positive Denken zu trainieren.

Die Untersuchung von 70'000 Frauen zeigte: Diejenigen, die weitgehend positiv gestimmt unterwegs waren, hatten nicht nur deutlich weniger Gesundheitsprobleme, sie überstanden diese auch besser. Deshalb raten die Wissenschaftler, das positive Denken zu trainieren.

Flickr.com/János Korom Dr./CC BY-SA 2.0

Als wäre ständiges Grübeln mental nicht schon belastend genug, haben Forscher der Harvard Medical School nun einen körperlichen Grund ausgemacht, mit diesem Verhalten zu brechen. So gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Aktivität eines Gehirns und der Lebenserwartung.

Konkret hätten die Untersuchungen an Gehirnen von verstorbenen Menschen sowie an denen von lebenden Mäusen und Würmern gezeigt, dass übermässige Aktivität im Gehirn mit einem kürzeren Leben verbunden ist. Die Unterdrückung einer solchen Überaktivität dagegen verlängert das Leben.

Protein ist die Verbindung

Verantwortlich dafür ist ein Protein namens REST, so das Team um Bruce A. Yankner im Fachjournal «Nature». Dieses spiele eine zentrale Rolle dabei, ob bestimmte Hirnareale stark oder eher moderat aktiv seien. So ist es in der Lage, starke Hirnaktivitäten zu unterdrücken – jedoch nur, wenn seine Konzentration hoch genug ist. Ist sie das nicht, kann es zu exzessiven neuronalen Aktivitäten kommen. Dies ist beispielsweise bei neuronalen Erkrankungen wie Alzheimer oder einer Bipolaren Störungen der Fall.

Die Forscher halten es für möglich, dass nicht nur unwillkürliche neuronale Prozesse im Gehirn wie im Krankheitsfall, sondern auch das bewusste Denken die Lebenserwartung von Menschen negativ beeinflussen kann, wenn das Protein REST nicht ausreichend gegensteuert.

Tatsächlich wiesen die Gehirne von Menschen, die bei ihrem Tod über 100 Jahre alt waren, deutlich mehr REST auf als die von Menschen, die bereits mit 70 oder 80 Jahren verstorben waren.

Wer im Leben zu viel denkt, stirbt früher

Geistige Aktivität wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung aus? Mitnichten, das zeigt eine neue Studie.
(Video: Yankner lab, Harvard Medical School)

Neuronale Aktivität – das Flackern im Video – ist mit einer kürzeren Lebenserwartung assoziiert. (Video: Yankner lab/Harvard Medical School)

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