Italien-Rundfahrt: Wer sind die Favoriten am Giro? Und welche Schweizer starten?
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Italien-RundfahrtWer sind die Favoriten am Giro? Und welche Schweizer starten?

Mit rund 5 Monaten Verspätung fällt am Samstag der Startschuss zum Giro d'Italia. Wir klären die wichtigsten Fragen, bevor die zweite Grand Tour der Saison startet.

von
Nils Hänggi
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Vincenzo Nibali (ganz rechts) hat am Giro schon alles erlebt. Er gehört zu den diesjährigen Favoriten. 

Vincenzo Nibali (ganz rechts) hat am Giro schon alles erlebt. Er gehört zu den diesjährigen Favoriten.

Foto: Getty 
Das Stilfserjoch bildet das Dach des diesjährigen Giro.

Das Stilfserjoch bildet das Dach des diesjährigen Giro.

Foto: Keystone
Danilo Wyss ist einer von drei Schweizern, der an der Italien-Rundfahrt startet. 

Danilo Wyss ist einer von drei Schweizern, der an der Italien-Rundfahrt startet.

Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

Darum gehts

  • Am Samstag startet der Giro d’Italia.
  • Favoriten gibt es mehrere.
  • Die Schweizer Delegation ist überschaubar.

15,1 flache Kilometer alleine im Kampf gegen die Uhr, dann steht der erste Träger des Rosa Trikots fest. In Sizilien beginnt an diesem Samstag der Giro d’Italia. Wegen der Corona-Pandemie startet das prestigeträchtige Etappenrennen diesmal nur eine Woche nach der Strassenrad-WM und knapp zwei Wochen nach Ende der Tour de France. Eigentlich hätte das Rennen bereits im Mai stattfinden sollen.

Doch nun, wie sieht es aus? Welche Schweizer gehen an den Start? Wer sind die Favoriten? Und weshalb könnte der Schnee ein Problem werden? Wir klären vor dem Giro-Start die wichtigsten Fragen.

Der Auftakt

Das verhältnismässig einfache Teilstück von Monreale nach Palermo bietet Zeitfahr-Spezialisten die Chance auf einen Sprung zur Gesamtführung. Zeitfahr-Weltmeister Filippo Ganna werden beste Chancen eingeräumt, nach dem Regenbogentrikot auch noch das Rosa Trikot zu erobern – zumindest für ein paar Nächte.

Die Favoriten

Die Favoriten auf den Gesamtsieg sind andere als Ganna. Ineos-Star Geraint Thomas wurde für das Tour-Aufgebot nicht berücksichtigt, ist nun aber beim Giro ein heisser Kandidat für einen Triumph. Auch Lokalmatador Vincenzo Nibali und Steven Kruijswijk (Jumbo Visma) zählen zum engsten Kreis. Letztgenannter zählt spätestens seit seinem Podestplatz an der Tour de France vor einem Jahr zu den ganz heissen Klassementsfahrern. Auf die diesjährige Tour hatte Kruijswijk wegen einer Verletzung verzichten müssen. Zu den Favoriten zählen aber auch Simon Yates, Jakob Fuglsang und Rafal Majka.

Die Entscheidung über den Giro-Sieg wird aber wohl erst in der letzten Woche fallen, wenn die schwierigen Hochgebirgsetappen warten. Zum Abschluss gibt es ein 15,7 Kilometer langes Zeitfahren mit Ziel in Mailand.

Steven Kruijswijk will die Italien-Rundfahrt gewinnen. Die Chancen stehen nicht schlecht.  

Steven Kruijswijk will die Italien-Rundfahrt gewinnen. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Foto: Keystone

Das sind die vergangenen Sieger

2019 Carapaz (ECU)
2018 Froome (GBR)
2017 Dumoulin (NED)
2016 Nibali
2015 Contador (ESP)
2014 Quintana (COL)
2013 Nibali
2012 Hesjedal (CAN)
2011 Contador
2010 Basso (ITA)

Die Schweizer

Der neue Schweizer Rad-Held, Marc Hirschi, wird nicht am Giro teilnehmen. Es sind eher die Unbekannten, die in Italien in die Pedale treten. So starten Simon Pellaud (Androni Giocattoli-Sidermec), Kilian Frankiny (Groupama-FDJ) und Danilo Wyss (NTT Pro Cycling). Zu den Favoriten zählt keiner von ihnen. Es kann aber gut sein, dass einer der drei Schweizer einmal zu einer Ausreissergruppe gehört oder gar einen Tagessieg einfahren kann.

Und was ist mit dem Schnee?

Schnee hat am Giro schon oft für Chaos gesorgt. Auch dieses Jahr? Gut möglich. So naht der Winter, die Temperaturen fallen und es gibt mehrere Bergankünfte. Das Stilfserjoch bildet am dieshährigen Giro auf 2758 Meter über Meer das Dach der Rundfahrt.

Und Corona?

Am Giro d-Italia wird mit Corona anders als bei der Tour umgegangen. Zwar wird ebenfalls zwei Mal vor dem Rennen getestet sowie an den Ruhetagen. Renndirektor Mauro Vegni behält sich aber tägliche Tests bei Verdachtsfällen vor. Auch ist er gegen die umstrittene «Zwei-Fälle-Regel» der Tour. Da hätte ein ganzes Team bei zwei positiven Tests das Rennen verlassen müssen. Vegni sagt gegenüber der «Gazzetta dello Sport»: «Damit bin ich nicht einverstanden. Wenn jemand positiv ist, isoliere ich ihn. Und ich teste weiter, jeden Tag, bei dem, der positiv war und bei allen um ihn herum, das ganze Team. Und wenn es sein muss, auch drei, vier Tage hintereinander. Ich kontrolliere sie, aber ich schicke nicht gleich die Mannschaft nach Hause.»

(dpa)

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7 Kommentare
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Labor

03.10.2020, 14:39

Wurde eigentlich Corona mit Doping schon mal untersucht?

Herr Lehrer Bünzli

03.10.2020, 14:31

Giro (ital. ‚Kreis‘, ‚Drehung‘, ‚Umlauf‘, ‚Rundfahrt‘; von gr. γύρος gyros)

D. Opping

03.10.2020, 14:00

Ich denke das der bestgedoppte Gewinnt.