17.09.2020 09:34

Prognose zum Saisonstart Teil 1Wer steigt in die Challenge League ab?

Die Super League beendet die kurze Pause und es ist Zeit, in die Kristallkugel zu schauen. Wer wird Meister, wer steigt ab? Teil 1: der Blick in den Tabellenkeller.

von
Eva Tedesco
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In der abgelaufenen Saison erwischte es den FC Thun. Die Berner Oberländer verloren in der Barrage gegen den FC Vaduz und stiegen nach zehn Jahren in der obersten Spielklasse ab. Wen erwischt es diesmal?

In der abgelaufenen Saison erwischte es den FC Thun. Die Berner Oberländer verloren in der Barrage gegen den FC Vaduz und stiegen nach zehn Jahren in der obersten Spielklasse ab. Wen erwischt es diesmal?

Foto: Claudio de Capitani (Freshfocus)

Rang 6 FC Sion (letzte Saison: 8. Platz)

Zuzüge: Fabio Grosso (Trainer/ex-Brescia), Stefano Morrone (Assistent), Siyar Doldur (Chiasso), Dennis Iapichino (Servette), Gaëtan Karlen (Xamax), Ivan Martic (Universitatea Craiova/ROM), Geoffroy Serey Dié (Xamax)

Abgänge: Paolo Tramezzani (Trainer), Sébastien Bichard (Assistent), Virgile Reset (Assistent), Joaquim Adão (Petro de Luanda/AGO), Yannick Cotter (Juventus U19/ITA), Seydou Doumbia (?), Pajtim Kasami (?), Berkan Kutlu (Alanyaspor/TUR), Ermir Lenjani (GC), Quentin Maceiras (YB), Anton Mitryushkin (?), Alexandre Song (?), Bastien Toma (Genk/BEL) Quelle: SFL

Sion-Boss Christian Constantin holte mit Fabio Grosso einen Trainer, der zwar einen grossen Namen hat, aber die Schweizer Liga nicht kennt.  

Sion-Boss Christian Constantin holte mit Fabio Grosso einen Trainer, der zwar einen grossen Namen hat, aber die Schweizer Liga nicht kennt.

Foto: Pascal Muller (Freshfocus)

Aussicht: Gewichtigen Abgängen wie Pajtim Kasami, Ermir Lenjani und Bastien Toma steht lediglich Serey Dié als namhafter Zugang gegenüber. Aber das «Mentalitätsmonster», wie ihn Marco Streller im Interview mit bluewin.ch bezeichnet, wird so viel Qualitätsverlust allein nicht wettmachen können. CC braucht noch dringend Verstärkung. Schwierig ist wegen der kurzen Vorbereitungszeit auch, dass der Sion-Boss mit Fabio Grosso einen Trainer verpflichtete, der die Liga nicht kennt. Sion steht eine schwierige Saison bevor, ausser CC krallt sich tatsächlich, wie bereits spekuliert wird, Torjäger Guillaume Hoarau. Der YB-Publikumsliebling könnte mit seiner heissen Liebe zu Fussball auch im Wallis ein Feuer entfachen. Der Anflug von «AirFrance» im Wallis ist in dieser Prognose mit eingerechnet, könnte Sion aber auch noch weiter nach vorn bringen. 👻

Rang 7 – FC Zürich (letzte Saison: 7. Platz)

Der FCZ will es in dieser Saison besser machen. Der Start im Cup, eine Woche vor Meisterschaftsbeginn, war aber schon einer zum Vergessen.  

Der FCZ will es in dieser Saison besser machen. Der Start im Cup, eine Woche vor Meisterschaftsbeginn, war aber schon einer zum Vergessen.

Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

Zuzüge: Assan Ceesay (Osnabrück/2.B.), Filip Frei (Ajax Amsterdam U19), Wilfried Gnonto (Inter/ITA), Salim Khelifi (Holstein Kiel/2.B.), Henri Koide (U21), Zivko Kostadinovic (Wil), Fabian Rohner (Wil), Tobias Schättin (Winterthur), Stephan Seiler (U21), Lasse Sobiech (Mouscron/BEL)

Abgänge: Michael Kempter (Xamax), Levan Kharabadze (Dinamo Tbilisi/GEO), Mimoun Mahi (Utrecht/NED), Pa Modou (?), Mads Pedersen (Augsburg), Kevin Rüegg (Hellas Verona), Ilan Sauter (Wil), Andris Vanins (Rücktritt/Torhütertrainer in Sion), Lavdim Zumberi (?) Quelle: SFL

Aussicht: Die letzte Saison war enttäuschend. In der Rückrunde schauten gerade einmal drei Siege heraus, und über die gesamte Meisterschaft kassierte der FCZ 72 Gegentore. Nicht einmal die Absteiger Thun (67) und Xamax (68) waren in der Abwehr dermassen durchlässig. Der 7. Schlussrang ist hinsichtlich dieser Zahl fast ein Kompliment. Trainer Ludovic Magnin, er überstand die Saison erstaunlicherweise unbeschadet, sagte: «Wir wollen es nun besser machen.» Obwohl Magnin in der Vorbereitung vor allem an der defensiven Stabilität arbeiten liess, bleibt es allein beim Willen. Der FCZ flog eine Woche vor dem Meisterschaftsstart als einziges SL-Team gegen Chiasso aus dem Cup. Keine guten Aussichten! Trotzdem ist die Saison des FCZ schwierig vorauszusagen. Zu undurchsichtig waren die Leistungen. Aber zu grosse Hoffnungen sollte der FCZ-Fan nicht haben. Mit viel Ruhm wird man sich auch in dieser Saison nicht bekleckern. 👻👻

Rang 8 – FC Lugano (letzte Saison: 5. Platz)

Trainer Maurizio Jacobacci schaut zurecht skeptisch. Für ihn und den FC Lugano wird es wohl  eine schwierige Saison. 

Trainer Maurizio Jacobacci schaut zurecht skeptisch. Für ihn und den FC Lugano wird es wohl eine schwierige Saison.

Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)

Zuzüge: Lorenzo Guerrero (Assistent), Eris Abedini (Wil), Joaquín Ardaiz (ex-Vancouver Whitecaps/USA), Noah De Queiroz (U21), Adrián Guerrero (Valencia), David Jovanovic (U21), Carlo Manicone (Pianese/ITA), Sebastian Osigwe (Kriens), Florjan Seferaj (U21)

Abgänge: Mirko Conte (Assistent/Juventus U23), Marco Aratore (Ural/RUS), Domen Crnigoj (Venezia/ITA), David Da Costa (Schaffhausen), Rangelo Janga (Astana/KAZ), Jefferson (?), Linus Obexer (YB), Daniel Pavlovic (?), Francisco Rodriguez (Schaffhausen), Fulvio Sulmoni (Rücktritt), Joel Untersee (?), Eloge Yao (?). Quelle: SFL

Aussicht: Am 28. Oktober 2019 übernahm Maurizio Jacobacci als Nachfolger von Fabio Celestini die Luganesi auf dem 9. Tabellenplatz, stabilisierte das Team geschickt und führte es auf den 5. Schlussrang. In der neuen Saison muss Jacobacci zwar auf die Arrivierten Domen Crnigoj und Fulvio Sulmoni verzichten, hat aber mit Adrian Guerrero einen interessanten Spieler dazu gewonnen. Der spanische Verteidiger wurde sieben Jahre in der Talentschmiede von Barça ausgebildet, schaffte den Durchbruch aber nicht und wurde an Valencia ausgeliehen (zwei Einsätze in La Liga). So weit nach oben in der Tabelle wie im Vorjahr wird es für Lugano dennoch nicht gehen. Im Sottoceneri wird man sich eher gegen unten orientieren müssen. 👻👻👻

Rang 9 – Lausanne-Sport (letzte Saison: 1. in der Challenge League)

Unter dem Strich stieg Lausanne-Sport ungefährdet in die Super League auf, obwohl die Waadtländer nach der Corona-Pause Mühe hatten. Der Ligaerhalt wird für Trainer Giorgio Contini und sein Team ein schwieriges Unterfangen. Der Barrage-Platz 9 ist aber realistisch.   

Unter dem Strich stieg Lausanne-Sport ungefährdet in die Super League auf, obwohl die Waadtländer nach der Corona-Pause Mühe hatten. Der Ligaerhalt wird für Trainer Giorgio Contini und sein Team ein schwieriges Unterfangen. Der Barrage-Platz 9 ist aber realistisch.

Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

Zuzüge: Noah Falk (Team Vaud U21), Moritz Jenz (Fulham U23/ENG), Théo Rochat (Team Vaud U21), Marc Fred Tsoungui (Napoli B/ITA), Rafik Zekhnini (Twente/NED)

Abgänge: Dany Da Silva (Stade-Lausanne-Ouchy), Maxime Dominguez (Xamax), Dan Ndoye (Nice/FRA), Igor Nganga (?), João Oliveira (?), Adam Ouattara (Xamax), Alexandre Pasche (Xamax). Quelle: SFL

Aussicht: Der Ligaerhalt wird für den souveränen Aufsteiger schwierig – obwohl es keinen anderen Schweizer Club gibt, der einen ähnlich finanzstarken Investor (Chemiegigant Ineos) im Rücken hat. Im Sommer hat der Aufsteiger überraschend Sportchef Pablo Iglesias und Scout Léonard Thurre entlassen und für Unruhe gesorgt. Der neue Sportdirektor Souleymane Cissé (zuvor beim Nachwuchs von Bordeaux) ist nicht nur ein unbeschriebenes Blatt in diesem Amt in der Liga, sondern soll Gerüchten nach auch harte Praktiken in Verhandlungen mit Spielern haben. Zudem soll Trainer Giorgio Contini nicht so fest im Sattel sitzen, wie es nach dem souveränen Aufstieg den Anschein macht. Nicht nur die Erwartungen, auch der Verlust von «Lebensversicherung» Dan Ndoye wiegt schwer. So fragte die Zeitung «24 heures» schon besorgt: «Où va le Lausanne-Sport?» Wohin geht Lausanne-Sport? Besser gefragt: Können die Waadtländer den Ligaerhalt schaffen? Ein Vorteil für den Aufsteiger ist, dass man das Team weitgehend zusammenhalten konnte und eingespielt ist. Und auch das neue Stade de la Tuilière, das die Pontaise ablöst und im Oktober eröffnet werden soll, ist Motivation, um gut abzuschneiden. Aber für einen ähnlichen Erfolg wie der Vorgänger der Waadtländer landete, reicht es nicht: Servette schloss die letzte Saison mit 49 Punkten und dem 4. Schlussrang als bester Aufsteiger seit 2013 ab. 👻👻👻👻

Rang 10 – FC Vaduz (letzte Saison: 2. in der Challenge League)

Am 10. August war es so weit: Der Aufstieg war vollbracht. Der FC Vaduz spielt nach drei Jahren in der zweithöchsten Liga in der Saison 2020/21 wieder in der Super League.  

Am 10. August war es so weit: Der Aufstieg war vollbracht. Der FC Vaduz spielt nach drei Jahren in der zweithöchsten Liga in der Saison 2020/21 wieder in der Super League.

Foto: Michael Zanghellini (Freshfocus)

Zuzüge: Matteo Di Giusto (Zürich), Nico Hug (Freiburg B/4.D.), Sebastian Santin (WSG Tirol), Joël Schmied (Wil)

Abgänge: Besart Bajrami (Balzers/1.L.), Noah Frick (?), Jens Hofer (Biel), Dominik Schwizer (Thun), Aron Sele (Chur 97), Berkay Sülüngöz (?). Quelle: SFL

Aussicht: Der FC Vaduz war schwach in die letzte Meisterschaft gestartet und schob sich erst nach der Corona-Pause in Richtung Platz 2 und den Barrage-Spielen. Allerdings haben das die Liechtensteiner mehr dem GC-Versagen zu verdanken, als der eigenen Stärke. Die Aufstiegs-Barrage gegen Thun haben sie aber mit grosser Mentalität verdient für sich entschieden. Dennoch kurz und ungeschminkt: Die Liechtensteiner verabschieden sich nach nur einem Jahr wieder aus der höchsten Liga, auch weil grosse Sprünge auf dem Transfermarkt nicht drinliegen und Mentalität allein in der obersten Spielklasse nicht ausreicht. 👻👻👻👻👻

Rangliste der Aufsteiger seit Einführung der SL (2003/04)

Rang 19

Vaduz (2008/09) - Tabellenplatz 10 (22 Punkte/Tordifferenz: -57)

Rang 18

Lausanne-Sport (2011/12) - Tabellenplatz 7 (30/-32)

Rang 17

Vaduz (2014/15) - Tabellenplatz 9 (31/-31)

Rang 16

Yverdon-Sport (2005/06) - Tabellenplatz 10 (32/-26)

Rang 15

Schaffhausen (2004/05) - Tabellenplatz 9 (32/-23)

Rang 14

Luzern (2006/07) - Tabellenplatz 8 (33/-27)

Rang 13

Lugano (2015/16) - Tabellenplatz 9 (35/-29)

Rang 12

Lausanne-Sport (2016/17) - Tabellenplatz 9 (35/-11)

Rang 11

Neuchâtel Xamax (2018/19) - Tabellenplatz 9 (37/-21)

Rang 10

Neuchâtel Xamax (2007/08) - Tabellenplatz 8 (41/-7)

Rang 9

Aarau (2013/14) - Tabellenplatz 9 (42/-16)

Rang 8

Bellinzona (2008/09) - Tabellenplatz 6 (43/-7)

Rang 7

St.Gallen (2009/10) - Tabellenplatz 6 (46/-3)

Rang 6

Servette (2011/12) - Tabellenplatz 4 (48/-8)

Rang 5

Thun (2010/11) - Tabellenplatz 5 (49/+5)

Rang 4

FCZ (2017/18) - Tabellenplatz 4 (49/+6)

Rang 3

Servette (2019/20) - Tabellenplatz 4 (49/+9)

Rang 2

St.Gallen (2012/13) - Tabellenplatz 3 (59/+18)

Rang 1

Sion (2006/07) - Tabellenplatz 3 (60/+15)

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21 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

alberto

18.09.2020, 15:27

Wundere mich das Magnin noch immer beim FCZ ist, mit ihm sollte es der FCZ mühelos schaffen abzusteigen, denkt Canepa das dieser Trainer tatsächlich noch etwas bringt?

Anna

17.09.2020, 12:35

Alleinstehende Mädchen sitzen auf dieser Website - Getbаdgirl.соm

Einzig Stadtclub

17.09.2020, 11:55

Die Säue von ännet