Aktualisiert 29.10.2007 17:07

Wer stiehlt 90 Schafe en bloc?

Dem Tessiner Landwirt Silvano Bacciarini ist eine ganze Herde von 90 Tieren abhanden gekommen. Weg, wie vom Erdboden verschluckt. 20minuten.ch entdeckt ein weiteres Mysterium: Es passiert dem Hirten nicht zum ersten Mal.

Silvano Bacciarini ist ratlos. Seine Schafe müssen irgendwo sein. Bloss wo? Darauf kann sich der Schafzüchter aus der Magadino-Ebene keinen Reim machen. Seine Herde mit 68 Mutterschafen, 20 Lämmern und zwei Böcken ist spurlos verschwunden, wie die «NZZ am Sonntag» berichtete.

Irgendwann vorvergangene Woche müssen die Schafe von ihrer Alp im Verzasca-Tal verschwunden sein. Wie und warum, darauf gibt es keine Hinweise. Jedenfalls waren die Weiden verwaist, als Bacciarini vor Wochenfrist seine Schafe in ihren Stall ins Tal nach Quartino bringen wollte.

«Die Schafe könnten in einem LKW abtransportiert worden sein. Bis zur nächsten Strasse hätte man die Schafe in wenigen Stunden treiben können», sagt Bacciarini auf Anfrage von 20minuten.ch.

Diebstahl oder nicht

Anderer Ansicht ist Armando Besoni, Präsident des Tierschutzvereines Bellinzona: «Um 90 Schafe abzutransportieren, müsste man einen Lastwagen mit Anhänger haben. Dafür sind die nahegelegenen Strassen nicht ausgelegt. Und wenn jemand 90 Schafe zur Strasse getrieben hätte, dann hätte das jemand mitbekommen.» Wohin oder wie die Schafe anders verschwunden sein könnten, dafür hat Besoni auch keine Erklärung. «Die ganze Sache ist sehr rätselhaft. Wir haben die Schafe in einem über einstündigen Helikopterflug gesucht. In den Bergen um das Verzasca-Tal sind sie sicher nicht mehr. Bei der Suche zu Fuss haben wir nicht einen Fetzen Fell oder sonstige Spuren gefunden», sagte Besoni gegenüber 20minuten.ch.

Zweiter Schafverlust innert Jahresfrist

Für Bacciarini ist das Verschwinden seiner Schafe eine bittere, aber keine neue Erfahrung. Bereits im Oktober vor einem Jahr ist Bacciarini eine ganze Herde von 30 Schafen abhanden gekommen. Damals war er nicht versichert und hat den Schaden aus eigener Tasche bezahlt. Nun hofft der mittlerweile versicherte Schafzüchter darauf, dass seine Versicherung für den Schaden aufkommt, der ihm entstanden ist. Er hat bei der Tessiner Kantonspolizei Anzeige gegen etwaige Schafdiebe erstattet. Die Polizei ermittelt, tappt aber laut Sprecher Marco Frey noch im Dunkeln. «Einen solchen Fall hatten wir noch nie. Wir müssen zwar von einem Diebstahl ausgehen, haben aber keine Idee, wer einen Schafraub in einer solchen Grössenordung durchführen könnte», sagt Frey.

Maurice Thiriet, Tina Fassbind, 20minuten.ch

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