Aktualisiert 29.04.2009 01:42

Wertschöpfungs-Forum

Wer über 25 Liter Wasser braucht, soll zahlen

Nestlé-Präsident Peter Brabeck will Wasserverschwender zur Kasse bitten. Wasser ist für ihn ein Menschenrecht, konkret stünden jedem Menschen 25 Liter täglich zur Verfügung.

Das sagte Brabeck im Rahmen des Werstschöpfungs-Forums in New York. Das Treffe hat Nestlé in Zusammenarbeit mit der UNO und der Schweiz in New York organisiert. Fazit: Sowohl privaten Unternehmen wie auch Staaten bleibt im Kampf gegen die Verschwendung natürlicher Ressourcen viel zu tun.

Wasser sei ein Menschenrecht, sagte Brabeck, jedem stünden täglich 25 Liter zu. Wer mehr verbrauche, solle dafür bezahlen. Wenn das Wasser nicht als teures gut geschätzt werde, würde es verschwendet, sagte Brabeck.

Der Uno-Entwicklungsberater Jeffrey Sachs hielt dagegen, einen Preis auf Wasser zu erheben sei keine Lösung. Immer, wenn ein Preis auf etwas erhoben werde, töteten Menschen einander.

Nestlé engagiert sich für das Allgemeinwohl

Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Letmathe sagte am Dienstag in New York, private Firmen seien nicht nur ihren Aktionären, sondern auch dem öffentlichen Wohl verpflichtet. Anhand dreier neuer Projekte von Nestlé demonstrierte er das Engagement des Betriebes.

In über hundert Ländern, in denen Nestlé vertreten ist, werden demnach Sport- und Gesundheitsprogramme für Kinder eingeführt. In Abidjan in der Elfenbeinküste hat der Konzern ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum eingerichtet, das zu einer Verbesserung der Landwirtschaftserzeugnisse Afrikas beitragen soll.

Der Schweizer Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, Peter Maurer, lobte die Bemühungen von Nestlé. Er mahnte allerdings: Trotz allen Bemühungen um mehr und bessere Hilfe, hätten weder Regierungen und private Unternehmen noch die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft genug erreicht.

Schweizer Wasserforum?

Ger Bergkamp, Direktor des Weltwasserrates, in dem auch die Schweiz Einsitz hat, wies darauf hin, dass Wasser in verschiedenen geographischen Regionen anders gelagerte Probleme stelle. Erst im Austausch mit allen Partnern zeichneten sich die Lösungswege ab.

So schlug er vor, dass die zahlreichen Schweizer Organisationen, die sich mit Wasser beschäftigen, ein gemeinsames nationales Wasserforum bilden sollten - und zwar in Genf.

(sda)

Sauberes Wasser muss bezahlt werden

Wenn auch in Zukunft ausreichend sauberes Wasser vorhanden sein soll, muss mehr dafür bezahlt werden, betont die Weltnaturschutzunion (UICN) in einem Bericht, den sie anlässlich des Weltwassertages veröffentlicht hat.

Die Organisation mit Sitz in Gland VD plädiert für finanzielle Anreize, die helfen sollen, die Wasserressourcen zu bewahren oder wieder herzustellen.

Gemäss der UICN ist 70 Prozent des in der Landwirtschaft verwendeten Wassers verschwendet. Dagegen wohnt eine Milliarde Menschen in Gebieten, wo es nicht genug Wasser hat, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Derzeit würde eher in die Ausweitung der Produktion investiert anstatt in Bemühungen, den Wasserkonsum einzuschränken oder die Wasserqualität zu verbessern, kritisiert die Union.

Die Natur liefere uns das Wasser gratis, unterstreicht Ger Bergkamp, Chef des Wasserressourcenprogramms der IUCN. Doch wenn die Wälder, Prärien, bebauten Zonen erst verschmutzt seien, werde es teuer, das Wasser zu reinigen.

(SDA)

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