Digital Zügeln: Wer umzieht, muss nicht mehr an den Schalter
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Digital ZügelnWer umzieht, muss nicht mehr an den Schalter

In den Kantonen Aargau, Uri und Zug kann der Umzug neu online erfasst werden. Das System wird im Kanton Zürich schon rege genutzt.

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tam
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Wer umzieht, muss nicht nur Schachteln schleppen und stapeln. Innerhalb von 14 Tagen muss jeder persönlich am Schalter der ehemaligen und der neuen Wohngemeinde vorbeischauen. In den Kantonen Aargau, Uri, Zug und Zürich ist das nicht mehr nötig.

Wer umzieht, muss nicht nur Schachteln schleppen und stapeln. Innerhalb von 14 Tagen muss jeder persönlich am Schalter der ehemaligen und der neuen Wohngemeinde vorbeischauen. In den Kantonen Aargau, Uri, Zug und Zürich ist das nicht mehr nötig.

Keystone/Urs Jaudas
Mit wenigen Klicks lässt sich die Wohngemeinde wechseln. Das ist die erste Eingabemaske des Online-Tools, das unter eumzug.swiss verfügbar ist.

Mit wenigen Klicks lässt sich die Wohngemeinde wechseln. Das ist die erste Eingabemaske des Online-Tools, das unter eumzug.swiss verfügbar ist.

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Zügeln ist anstrengend. Der ganze Hausrat muss in Schachteln und Säcke gepackt werden. Sofa und Schränke werden zerlegt und über das enge Treppenhaus nach draussen gebracht. Mit dem Schleppen von Möbeln und Schachteln ist es aber noch nicht getan. Es gibt auch noch reichlich administrativen Aufwand.

Innerhalb von zwei Wochen muss der Wohnungswechsel bei der alten und der neuen Wohngemeinde gemeldet werden. Dafür war ein Gang zum Schalter bisher unausweichlich. Jetzt kann der Umzug bequem vom Sofa aus erfasst werden. Was im Kanton Zürich und in der Stadt St. Gallen seit 2016 möglich ist, haben die Kantone Uri und Zug im August eingeführt. Im Kanton Aargau wird das System nach und nach aufgeschaltet.

System soll schweizweit eingesetzt werden

Für die Entwicklung des Online-Tools hatten sich Zürcher Gemeinden mit dem Kanton zusammengetan. Das Ziel war es, eine Verbundlösung zu realisieren, die in der ganzen Schweiz eingesetzt werden kann. Laut der Koordinationsstelle E-Government Schweiz soll das System bis 2019 in allen Kantonen eingesetzt werden.

«Der Vorteil des Services ist, dass man den Weg- und den Zuzug in einem Schritt erledigen kann», sagt Lukas Steudler, der beim Kanton Zürich für den Bereich E-Government verantwortlich ist. Im Zentrum der Entwicklung sei die einfache Bedienung gestanden. Wie die Rückmeldungen zeigten, sei das gelungen. «Ein Umzug ist in rund 10 bis 15 Minuten erledigt», so Steudler.

Zürcher nutzen das System rege

Von April 2016 bis August 2017 seien im Kanton Zürich bereits über 17'000 Umzüge digital erfasst worden. Die Umzüge innerhalb der Stadt Zürich sind dabei nicht eingerechnet, weil dort noch ein anderes System im Einsatz ist. «Wir sind mit der Nutzung sehr zufrieden», sagt Steudler. Der Service werde in städtischen und ländlichen Gebieten gleichermassen genutzt.

An das System angebunden sind neben den Gemeinden auch das Gebäude- und Wohnungsregister des Bundes und die Krankenversicherer. Damit kann das System zum Beispiel prüfen, ob die umziehende Person die obligatorische Grundversicherung abgeschlossen hat.

Dienstleister sollen informiert werden können

Später soll auch die Möglichkeit zur Verfügung stehen, die Adressänderung nach Wunsch an Dritte wie die Post, den Versicherungen und Banken weiterzugeben. «Das soll die umziehenden Personen davon entlasten, überall einzeln die neue Adresse bekannt zu geben», sagt Steudler.

Um einen Umzug digital zu melden, braucht es kein Benutzerkonto. Es braucht nur die Identitätskarte, der AHV-Ausweis, der Mietvertrag, die Karte der Krankenversicherung und eine Kreditkarte, um die allfälligen Gebühren zu begleichen. Nach der Freigabe des Wegzugs durch die alte Wohngemeinde erfasst die neue Wohngemeinde den Zuzug automatisch.

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