Bahnverkehr: Wer Verspätungen auslöst, muss zahlen
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BahnverkehrWer Verspätungen auslöst, muss zahlen

Wer fahrlässig einen Unfall baut und damit Verspätungen auslöst, wird neu von der SBB zur Kasse gebeten. Schon 100'000 Franken wurden in diesem Jahr eingefordert.

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qll/sda
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Laut der Zeitung kommt es immer wieder vor, dass Dritte den Bahnverkehr lahm legen.

Laut der Zeitung kommt es immer wieder vor, dass Dritte den Bahnverkehr lahm legen.

Keystone/Gaetan Bally
Die Verursacher seien beispielsweise Autofahrer, die betrunken in Bahnschranken oder Gleisen fahren und so Zugausfälle verursachen oder Rowdys, die die Gleise sabotieren.

Die Verursacher seien beispielsweise Autofahrer, die betrunken in Bahnschranken oder Gleisen fahren und so Zugausfälle verursachen oder Rowdys, die die Gleise sabotieren.

Für solche Aktionen müssen die Verursacher nun tief in die Tasche greifen. Die SBB hat seit Jahresbeginn bereits rund 30 Rechnungen verschickt. Diese seien im Schnitt deutlich über 3000 Franken. So seien dieses Jahr bereits 100 000 Franken eingefordert worden.

Für solche Aktionen müssen die Verursacher nun tief in die Tasche greifen. Die SBB hat seit Jahresbeginn bereits rund 30 Rechnungen verschickt. Diese seien im Schnitt deutlich über 3000 Franken. So seien dieses Jahr bereits 100 000 Franken eingefordert worden.

Durch ein neu entwickeltes Verfahren kann die SBB ermitteln, wie hoch die Kosten sind, die ihnen bei Betriebsunterbrüchen und Zugverspätungen entstehen. Wurden die Verspätungen durch fahrlässiges Handeln oder Vandalismus herbeigeführt, müssen die Verursacher die entstandenen Kosten übernehmen, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig der «SonntagsZeitung» bestätigt.

Diese Vorgehensweise sei neu. Bis anhin habe die SBB lediglich die Kosten für direkte Schäden einfordern können. So beispielsweise für die Reparatur beschädigter Bahnschranken.

30 Rechnungen verschickt

Laut der Zeitung kommt es immer wieder vor, dass Dritte den Bahnverkehr lahm legen. Die Verursacher seien beispielsweise Autofahrer, die betrunken in Bahnschranken oder Gleisen fahren und so Zugausfälle verursachen oder Rowdys, die die Gleise sabotieren.

Für solche Aktionen müssen die Verursacher nun tief in die Tasche greifen. Die SBB hat seit Jahresbeginn bereits rund 30 Rechnungen verschickt. Diese seien im Schnitt deutlich über 3000 Franken. So seien dieses Jahr bereits 100'000 Franken eingefordert worden.

Bisher keine Beschwerde

Bei dem neuen Verfahren analysiert die SBB, wie viele Güter- und Personenzüge wegen eines fahrlässig herbeigeführten Zwischenfalls nicht mehr nach Plan fahren konnten. Dann wird hochgerechnet, welche Aufwendungen bei ihren Spezialisten in den sogenannten Operation Centers der SBB anfielen. Denn bei einem Betriebsunterbruch würde der grösste Teil der Kosten beim Personal anfallen. Die Verursacher müssen auch die Kosten für die telefonische Beratung während dem Unterbruch im Kundenzentrum bezahlen.

Wie Ginsig der «SonntagsZeitung» sagt, hat sich bisher kein Rechnungsempfänger gerichtlich gegen die Forderungen der SBB gewehrt. Anfang Jahr habe ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen die Berechnungsgrundlage als juristisch stichhaltig beurteilt.

28'000 Störungsfälle pro Jahr

Insgesamt entstehen der SBB durch Verspätungen jedes Jahr Kosten in zweistelliger Millionenhöhe, bestätigt SBB-Sprecher Reto Schärli am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda den Bericht der «SonntagsZeitung». Den überwiegenden Teil der jährlich 28'000 Störungsfälle verursacht die SBB aber selber – etwa, weil Strecken wegen Unterhaltsarbeiten gesperrt werden müssen.

Ausdrücklich von der Weiterverrechnung ausgenommen sind Verspätungen, die durch versuchte oder vollendete Suizide verursacht werden. Verrechnen lassen sich zudem nur Ereignisse, bei denen die Verantwortlichen klar benannt werden können. Fussballrowdys, die in Gruppen auftreten, kann die SBB mit der neuen Methode nicht in die Pflicht nehmen.

Hat die SBB Ihnen auch schon eine hohe Rechnung wegen Schäden oder Verspätung geschickt? Melden Sie sich mit Ihrer Geschichte und Ihren Angaben.

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