Alk & Arbeitszeit: Wer viel und lange arbeitet, greift eher zur Flasche
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Alk & ArbeitszeitWer viel und lange arbeitet, greift eher zur Flasche

Längere Arbeitszeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, viel Alkohol zu trinken. Mehr als 48 Stunden pro Woche können schon Auswirkungen haben.

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Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren: Das denken Langarbeitende deutlich häufiger.

Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren: Das denken Langarbeitende deutlich häufiger.

Keystone/Gaetan Bally
Sie schlagen nach finnischen Forschern häufiger über die Stränge.

Sie schlagen nach finnischen Forschern häufiger über die Stränge.

Keystone/str
Wer mehr als 48 Stunde im Büro verbringt, hat ein um mehr als zehn Prozent höheres Risiko für riskanten Alkoholkonsum als andere.

Wer mehr als 48 Stunde im Büro verbringt, hat ein um mehr als zehn Prozent höheres Risiko für riskanten Alkoholkonsum als andere.

Eric Audras

Überstunden und lange Arbeitszeiten sind für viele gang und gäbe. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben. Grund dafür sind beispielsweise Schlafmangel und eine unausgewogene Work-Life-Balance. Ausserdem sind die Betroffenen deutlich trinkfreudiger als jene, die nur Teilzeit arbeiten, wie Forscher im «British Medical Journal» berichten.

Das Team um Marianna Virtanen vom finnischen Institut für Arbeitsgesundheit hatte für seine Auswertung über 60 Studien mit mehr als 330'000 Teilnehmern aus 14 Ländern analysiert, die den Zusammenhang zwischen Arbeit und Alkohol dokumentieren.

Nicht mehr als 48 Stunden

Dabei zeigte sich, dass Personen mit über 48 Arbeitsstunden pro Woche im Vergleich zu jenen, die im selben Zeitraum zwischen 35 und 40 Stunden arbeiten, eher dazu tendieren, ein riskantes Trinkverhalten an den Tag zu legen. Als solches wird der Konsum von mehr als 14 (bei Frauen) und mehr als 21 alkoholischen Getränken (bei Männern) pro Woche definiert und gilt als Mitverursacher von Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt und Leberschäden.

Je nach Studie war das Risiko um ganze elf bis 13 Prozent höher, wobei es laut Virtanen keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Altersgruppen, geografischer Region und sozioökonomischem Status gibt.

Auch Unfälle werden weniger

Das mag auf den ersten Blick nicht allzu viel sein. Dennoch halten die Forscher die Zahlen für alarmierend. Denn hochgerechnet auf die gesamten Berufstätigen in den untersuchten 14 Ländern sind damit zwei Millionen Menschen betroffen.

Deshalb sei es ratsam, die Arbeitszeit zu begrenzen, so Virtanen. Denn dadurch verringere sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit zur Flasche zu greifen, sondern auch die Zahl der müdigkeitsbedingten Arbeitsunfälle.

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