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Schwarzfahrer im ÖVWer vor Kontrolle flüchtet, zahlt die doppelte Busse

Wer kein gültiges Billett hat, zahlt 100 Franken Busse – das weiss eigentlich jeder. Nicht bekannt hingegen dürfte sein: Schwarzfahrer, die fliehen wollen, zahlen noch mehr.

von
mme
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Schwarzfahrer, die flüchten wollen, zahlen eine zusätzliche Busse von 100 Franken. (Symbolbild)

Schwarzfahrer, die flüchten wollen, zahlen eine zusätzliche Busse von 100 Franken. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler
In einem Zug von Dagmersellen nach Luzern kam es zu einem Vorfall, bei dem eine Schülerin wegen versuchter Flucht eine Busse von 100 Franken erhalten hat. (Symbolbild)

In einem Zug von Dagmersellen nach Luzern kam es zu einem Vorfall, bei dem eine Schülerin wegen versuchter Flucht eine Busse von 100 Franken erhalten hat. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler
Sie war gemeinsam mit ihrer Lehrerin unterwegs und habe in der Hektik vergessen ein Billett zu lösen. (Symbolbild)

Sie war gemeinsam mit ihrer Lehrerin unterwegs und habe in der Hektik vergessen ein Billett zu lösen. (Symbolbild)

Keystone/Yannick Bailly

Passiert ist es in einem Zug von Dagmersellen nach Luzern: Eine Lehrerin (34) und ihre Schülerin (19) wollten in die Stadt fahren, um dort einen Lehrvertrag zu unterschreiben. Im Zug gingen sie in einem 1.-Klasse-Wagen vorbei am Zugpersonal und Transportpolizei, um sich in der zweiten Klassen auf zwei freien Plätzen niederzulassen.

In der Hektik jedoch hatte die Schülerin vergessen, ein Billett zu lösen. «Du musst das dem Kontrolleur sagen und zahlen», sagte die Lehrerin zur Schülerin, berichtete Zentralplus.

«Kontrolleurin sagte, wir seien geflohen»

Die Kontrolleurin kommt und brummt der Schülerin eine Busse von 100 Franken auf. Doch nicht nur das: Wegen versuchter Flucht gibts gleich nochmals 100 Franken Busse. «Die Kontrolleurin sagte, wir seien vor ihr geflohen», sagt die Lehrerin. Das stimme aber nicht, sie hätten die Transportpolizei gar noch gegrüsst. Die SBB widerspricht: Die beiden Frauen hätten sich über drei Wagen entfernt, obwohl genügend leere Abteile mit Sitzplätzen vorhanden gewesen seien.

Für weitergehende Fragen verweist SBB-Sprecher Christian Ginsig an die Tariforganisation CH-direct, die für 200 Transportunternehmen die Branchentarife festlegt und somit auch für das Bussenwesen zuständig ist.

Was genau eine Flucht ist, ist nicht definiert

Dort heisst es, dass «nicht genau definiert ist, was genau eine Flucht vor dem Kontrolleur ist, zum Beispiel, wie schnell eine Person gehen muss, damit dies als Flucht gilt», sagt Mediensprecher Thomas Ammann. Deshalb entscheide immer der Kontrolleur vor Ort, was als versuchtes Umgehen einer Billettkontrolle gelte. Dass am Schluss oft Aussage gegen Aussage stehe, sei fast nicht vermeidbar. «Überall, wo es Kontrollen gibt, gibt es auch Härtefälle.»

Laut der Lehrerin im oben beschriebenen Fall hat die Kontrolleurin ihr gesagt, sie und ihre Schülerin seien geflohen, weil sie sich nicht an den erstbesten Platz im Zweitklasswagen gesetzt hätten. Sie habe bei der SBB Rekurs eingelegt, jedoch ohne Erfolg.

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