Aktualisiert 14.06.2004 16:33

Wer will Couchepins Blut?

Bundesrat Pascal Couchepin ist am heutigen Internationalen Tag des Blutspendens mit gutem Beispiel voraus gegangen. Der Gesundheitsminister spendete vor Beginn der Session in Bern selber Blut.

Couchepin habe sich um 14 Uhr im Blutspendezentrum Bern eingefunden, teilte das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) am Montag mit. Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften gehören zusammen mit der Internationalen Föderation der Blutspender-Organisationen und der Internationalen Vereinigung für Bluttransfusion zu den Organisatoren des Tag des Blutspendens.

Ins Leben gerufen worden war der Aktionstag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie will damit auf die Notwendigkeit von Blutspenden für ein wirksames Gesundheitssystem und für die Krankheitsprävention hinweisen.

Freiwillige Spender am «sichersten»

82 Prozent der Weltbevölkerung können gemäss WHO nicht damit rechnen, im Notfall eine Bluttransfusion zu erhalten. Vor allem für HIV-positive Menschen sind diese aber lebenswichtig. Die «sichersten» Spender sind laut WHO freiwillige Unbezahlte.

Freiwillige Spenden gibt es jedoch nur in 39 von 178 Ländern, die die WHO untersucht hat. 20 Länder verfügen nicht über Tests, um alles gespendete Blut auf HIV zu untersuchen, in 24 Ländern fehlen ausreichende Tests für Hepatitis B, in 37 für Hepatitis C und in 24 weiteren Länder für Syphilis.

Rückgang der Blutspenden in der Schweiz

In der Schweiz nahmen die Blutspenden im vergangenen Jahr jedoch um vier Prozent auf 424 000 ab. Laut dem Blutspendedienst des SRK reichte dies dennoch jederzeit aus, um den Bedarf der Schweizer Spitäler abzudecken.

Verschiedene Faktoren trugen zum Rückgang bei: Einerseits wurde in den Städten eine geringere Solidarität beobachtet. Andererseits hatten auch die höheren Sicherheitsstandards einen Einfluss.

Das SRK hat im Mai dieses Jahres angekündigt, es wolle reagieren, falls die Zahl der Blutspenden weiter sinkt. Geprüft werden veränderte Öffnungszeiten der Blutspendezentren und allenfalls eine neue Kampagne. In der Schweiz gibt es derzeit 250 000 regelmässige Blutspender. (sda)

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