Genossenschaftswohnung: Wer zu viel verdient soll ausziehen
Aktualisiert

GenossenschaftswohnungWer zu viel verdient soll ausziehen

Wer in einer gemeinnütziger Wohnungen lebt, soll höchstens 60 000 Franken pro Jahr verdienen dürfen. Dies fordern Bürgerliche. Strengere Regeln kommen bei den Linken und Genossenschaften nicht gut an.

von
Marco Lüssi
Die Siedlung Werdwies in Altstetten.

Die Siedlung Werdwies in Altstetten.

«Es darf nicht sein, dass jemand als Student in eine günstige Genossenschaftswohnung einzieht und dann sein Leben lang von einem sehr tiefen Mietzins profitiert», sagt Roger Tognella, Präsident der FDP-Fraktion im Gemeinderat. Wenn die Stadt Land im Baurecht an eine Genossenschaft abgibt, sollen für die Mieter künftig höchstens 60 000 Franken Jahreseinkommen und 200 000 Franken Vermögen erlaubt sein.

Dies fordert die FDP in einer Motion, die sie gemeinsam mit der SVP und CVP eingereicht hat. Wer nach seinem Einzug irgendwann mehr Geld hat, habe die Wohnung innert fünf Jahren zu räumen – und müsse bis zum Auszug die Differenz zwischen Marktmiete und tatsächlicher Miete an die Stadt überweisen. Tognella: «Nur so können wir sicherstellen, dass einzig diejenigen in Genossenschaftswohnungen leben, die wirklich darauf angewiesen sind.»

Peter Schmid, Präsident der ABZ, der grössten Genossenschaft der Schweiz, sagt, günstige Wohnungen vergebe man schon heute nur an Personen mit wenig Einkommen. Sobald jemand Genossenschafter sei, gebe es aber keine Prüfung der Einkünfte mehr. Schmid: «Jemanden aus seiner Wohnung, seinem Quartier zu vertreiben, nur weil er mehr verdient, ist problematisch und ungenossenschaftlich, solange es sich nicht um eine subventionierte Wohnung handelt.»

SP-Fraktionschefin Min Li Marti sagt zum Vorstoss, die Grenze von 60 000 Franken sei zu tief: «Auch Personen mit höherem Einkommen sind auf den gemeinnützigen Wohnungsbau angewiesen, um in Zürich überhaupt eine Bleibe zu finden.»

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