Zürich: Werbe-Screens bringen der Stadt mehr Geld
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ZürichWerbe-Screens bringen der Stadt mehr Geld

Die von der Stadt Zürich ausgeschriebenen Plakatsäulen und Werbe-Screens gehen an die Clear Channel AG. Dafür erhält sie zwei Millionen Franken mehr als erwartet.

von
zed
Die Stadt Zürich erhält für die 30 neuen Werbestandorte zwei Millionen Franken mehr als erwartet.

Die Stadt Zürich erhält für die 30 neuen Werbestandorte zwei Millionen Franken mehr als erwartet.

Gaetan Bally

Dreissig neue Werbeanlagen spülen ab 2016 jährlich rund 3,2 Millionen Franken in die Zürcher Stadtkasse. Die Stadt hatte lediglich mit 1,2 Millionen Franken gerechnet. Möglich macht die Steigerung das Angebot der Clear Channel AG, welche den Zuschlag für den Betrieb und die Vermarktung erhalten hat.

Das Gebot der ausgewählten Firma lag deutlich über den Erwartungen, wie der Stadtrat am Mittwoch mitteilte. Insgesamt beteiligten sich vier Firmen an der öffentlichen Ausschreibung. Diese beinhaltete zwanzig Plakat-Leuchtdrehsäulen und zehn LCD-Werbescreens auf öffentlichem Grund.

Leuchtsäulen und LCD-Screens

Die Anlagen sollen bis Ende Jahr realisiert und ab 1. Januar 2016 in Betrieb genommen werden. Die Kosten für die Projektierung und den Bau der Leuchtdrehsäulen belaufen sich für die Stadt auf 900'000 Franken, jene für die LCD-Screens auf 250'000 Franken.

Die Leuchtdrehsäulen können ab Tagesanbruch bis spätestens um 0.30 Uhr betrieben werden. Die Drehgeschwindigkeit darf maximal eine Umdrehung pro Minute betragen. Die LCD-Screens stehen ab Morgendämmerung bis 22 Uhr im Einsatz.

Ökobilanz nach einem Jahr

Bei den LCD-Screens ist vorgesehen, nach Ablauf des ersten Betriebsjahres eine Ökobilanz zu erstellen. Diese soll Bau und Betrieb von Digitalmedien mit konventionellen Werbeanlagen vergleichen. Das Resultat dient dem Stadtrat als Entscheidungsgrundlage, ob künftig auf öffentlichem Grund weitere Anlagen dieser Art gebaut werden können.

Christian Hänggi, Co-Präsident der Interessengemeinschaft Plakat Raum Gesellschaft, sieht diese Entwicklungen als Chance an. «Grundsätzlich ist es zu begrüssen, dass die Stadt nun mehr Geld als erwartet bekommt. Das bedeutet, dass für dieses Geld bis zu drei Viertel der kommerziellen Plakatstellen abgebaut werden könnten.»

Marktwert der Werbestandorte

Ganz so sieht Matthias Wyssmann, Leiter Kommunikation des Hochbaudepartements, dies nicht. «Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen diesen Einnahmen und der Anzahl der Plakatstellen.» Dennoch weist er darauf hin, dass der Trend sowohl bei den privaten als auch den öffentlichen Aussenwerbestellen rückläufig sei. Auch die neuen Leuchtsäulen und LED-Bildschirme ersetzen nur bereits bestehende Plakatstellen und führen nicht zu einer Zunahme von Werbung im öffentlichen Raum.

Über die Steigerung des Angebots von zwei Millionen Franken der Clear Channel AG ist Wyssmann natürlich höchst erfreut: «Tatsächlich haben wir den Marktwert dieser Werbestandorte unterschätzt. Wir wussten nicht, wie attraktiv das Angebot tatsächlich war.» Es sei aber auch so, dass die Stadt generell konservativ budgetiere. (zed/sda)

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