Schulkampagne: Werbung an Nidwaldner Schulen
Aktualisiert

SchulkampagneWerbung an Nidwaldner Schulen

Die Nidwaldner Kantonalbank führt an Schulen Programme gegen die Verschuldung durch. Und wirbt dabei hemmungslos vor den Schülern für ihre Produkte. Der Kanton Nidwalden findet das in Ordnung.

Die Nidwaldner Schulen bieten ihren Kleinen seit fünf Jahren ein Präventionsprogramm gegen Verschuldung an. Mitarbeiter der Nidwaldner Kantonalbank führen durch das zweistündige Programm. Für die Gratisarbeit scheinen die Banker ein streitbares Entgegenkommen der Schule ausgehandelt zu haben, berichtet der K-Tipp in der morgigen Ausgabe. In der letzten halben Stunde der Schuldenschulung erscheint nämlich der regionale NKB-Verkaufsberater und wirbt vor den Schülern frischfröhlich für die Produkte der Nidwaldner Kantonalbank. Für jede Kontoeröffnung gibts eine Gratistasche.

Dem Präsidenten des Schweizer Lehrerverbandes geht dieser letzte Teil zu weit: «So etwas hat im obligatorischen Unterricht auf der Volksschule nichts zu suchen», sagte er gegenüber dem K-Tipp. Die Schulbehörde müsse eingreifen.

«Nichts Verwerfliches»

Im Innerschweizer Kanton scheint das Unrechtsbewusstsein für die Schulwerbung aber wenig ausgeprägt zu sein. Eine NKB-Sprecherin verneinte gegenüber dem K-Tipp, dass es sich bei der Schulung um eine Werbeaktion handle. Die freisinnige Nidwaldner Bildungsdirektorin Beatrice Jann gestand zwar ein, dass es sich um Werbung handle, sie sehe darin aber nichts Verwerfliches. Und die Kantonalparteien, welche die Aufsicht über Schulen und die Kantonalbank ausüben, wollten sich gegenüber dem Konsumentenschützer-Magazin gleich gar nicht äussern.

(job)

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