17.10.2018 05:48

Working BicycleWerbung auf Velos soll Stadt Luzern erobern

Werbung auf Velos sieht man in Luzern selten. Ein Basler Start-up will das nun ändern. Erste private Velo-Werber sind bereits unterwegs. Bis zu 800 Fahrer sollen es dereinst sein.

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tst/gwa
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Diese Boxen sind seit kurzem in der Stadt Luzern zu sehen. Bei 22 Velofahrern sind sie derzeit auf dem Gepäckträger montiert.

Diese Boxen sind seit kurzem in der Stadt Luzern zu sehen. Bei 22 Velofahrern sind sie derzeit auf dem Gepäckträger montiert.

Raphael Leibundgut
Die Velofahrer kurven damit durch die Strassen Luzerns und verdienen damit Geld.

Die Velofahrer kurven damit durch die Strassen Luzerns und verdienen damit Geld.

Raphael Leibundgut
Die Idee stammt vom Basler Startup Working Bicycle. Dieses sucht Kunden, die auf den Boxen werben wollen, und Velofahrer, die damit durch die Strassen fahren. 200 Fahrer haben sich seit dem Start in Luzern bereits registriert.

Die Idee stammt vom Basler Startup Working Bicycle. Dieses sucht Kunden, die auf den Boxen werben wollen, und Velofahrer, die damit durch die Strassen fahren. 200 Fahrer haben sich seit dem Start in Luzern bereits registriert.

Raphael Leibundgut

Was in Basel bereits rege genutzt wird, soll auch in Luzern Fuss fassen: Werbung auf privaten Velos. «Die ersten Boxen auf Gepäckträgern sind montiert. Rund 200 Fahrer haben sich bereits registriert», sagt Jérôme Huber vom Basler Start-up Working Bicycle. Vor kurzem ist man in Luzern gestartet. Solche Marketingboxen auf Velos dürften künftig in Luzern wohl vermehrt zu sehen sein.

Das Prinzip funktioniert so: Die Velofahrer schreiben sich selber für eine Kampagne ein. Dann können sie sich eine Holzbox mieten und auf den Gepäckträger montieren lassen, die mit Werbung versehen ist. Dafür erhalten die Velofahrer 22.50 Franken pro Woche, zudem bietet die Box Stauraum. Wer gleich eine Werbebox kauft und mit dieser herumkurvt, erhält 25 Franken wöchentlich.

Durchschnittlich 40 bis 50 Kilometer

Damit sie das Geld auch erhalten, müssen die Radler mindestens dreimal wöchentlich unterwegs sein und in dieser Zeit zehn Kilometer zurücklegen. Wer die Anforderungen nicht erreiche, dem werde verhältnismässig der Lohn gekürzt.

Die Vorgabe der zehn Kilometer sei sehr tief gelegt. «Durchschnittlich legt ein Fahrer in Basel pro Woche 40 bis 50 Kilometer zurück.» Die gefahrenen Kilometer werden aufgezeichnet und ausgewertet.

Tracker zeichnet gefahrene Kilometer auf

Dazu wird ein Tracker am Velo angebracht. Dieser zähle offline die Kilometer und die Fahrten. «Der Tracker dient zur Überprüfung der Angaben der Fahrer. Unser Ziel ist es, dass die Boxen möglichst häufig unterwegs sind», so Huber. Dadurch sei für das werbende Unternehmen eine ständige Sichtbarkeit der Werbefläche möglich. Zukünftig soll eine App mit GPS-Funktion den Tracker ersetzen. Die Entwicklung dazu starte Mitte November.

Die zurückzulegende Strecke darf dabei selber gewählt werden. Allerdings sei die typische Route der Fahrer ungefähr bekannt, denn als zusätzliche Angabe werde der Start- und Endpunkt aufgeführt.

Luzerner Kampagne «lief super an»

«Schweizweit haben wird bereits rund 2000 Fahrer registrieren können, etwa die Hälfte davon befinden sich in Basel», sagt Huber. «Unser Ziel ist es, pro Stadt 600 bis 800 Fahrer zu finden.» In Luzern läuft derzeit die erste Kampagne, 22 Velofahrer sind momentan dafür im Einsatz. Die Reaktionen seien sehr positiv. «Es ist super angelaufen. Passanten schicken uns Bilder von den Boxen.»

Auch in Zürich, Aarau und Bern will das Start-up Fuss fassen. Auch dort konnten bereits Kampagnen lanciert werden. «Demnächst dürften einige weitere auffallende Werbeflächen unterwegs sein. Momentan sind wir mit verschiedenen Kunden im Gespräch.»

Für die Unternehmen, die die Werbekampagnen buchen, kostet das je nach Leistungsumfang pro Woche zwischen 69.90 und 79.90 Franken. Das kann für eine einzige, mehrwöchige Kampagne sein, aber auch für mehrere Werbekampagnen. Im Durchschnitt dauere eine Kampagne drei Wochen. Dabei können unterschiedliche Anzahl an Boxen gebucht werden. «Wir hatten schon Kampagnen mit über hundert Fahrern.»

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