Esther Maurer: «Werbung für Alkohol beeinflusst Jugend stark»
Aktualisiert

Esther Maurer«Werbung für Alkohol beeinflusst Jugend stark»

An Sportanlässen im Kanton Zürich soll Alkoholwerbung künftig verboten sein. Eine entsprechende Volksinitiative hat das Blaue Kreuz Zürich am 14. Februar eingereicht. Präsidentin Esther Maurer sagt, es gehe um den Schutz der Jugend.

von
Marco Lüssi
Esther Maurer, Präsidentin des Blauen Kreuzes des Kantons Zürich, mit Mitarbeitern bei der Übergabe der Unterschriften für die Werbeverbots-Initiative.

Esther Maurer, Präsidentin des Blauen Kreuzes des Kantons Zürich, mit Mitarbeitern bei der Übergabe der Unterschriften für die Werbeverbots-Initiative.

Frau Maurer*, warum braucht es ein Verbot von Alkoholwerbung an Sportanlässen?

Esther Maurer: Es geht uns um den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Studien zeigen, dass sie sich viel stärker von Werbung beeinflussen lassen als Erwachsene. Kinder und Jugendliche sollen nicht Alkoholwerbung ausgesetzt werden, sobald sie einen Fussball- oder Eishockeymatch besuchen.

Die Klubs haben es finanziell jetzt schon schwer, und dieses Werbeverbot würde sie weiter Einnahmen kosten.

Die Alkohollobby macht natürlich Druck, auch auf die Vereine. Die Klubs würden wohl Geldeinbussen erleiden. Doch der Schutz der Jugend ist aus unserer Sicht höher zu gewichten.

Warum wollen Sie nicht auch gleich den Alkoholkonsum bei Sportanlässen verbieten?

Der Fokus liegt beim Blauen Kreuz nicht auf absoluter Abstinenz, sondern bei einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Deshalb wollen wir mit dem Werbeverbot an Sportanlässen bewirken, dass Kinder und Jugendliche nicht Sport und Alkohol als «Gesamtpaket» verstehen, die immer gemeinsam auftreten, gemeinsam konsumiert werden «müssen».

Genehmigen Sie persönlich sich an einem Match nie ein Bier?

Ich sehe mir sehr gern einen Fussballmatch live an und mein Herz schlägt traditionell für den FCZ. Aber ich mag kein Bier.

Wie schätzen Sie die Erfolgschancen Ihrer Initiative ein?

Dass wir in kurzer Zeit mit 8400 weit mehr als die nötigen 6000 Unterschriften gesammelt haben, stimmt mich optimistisch. Ich glaube, wir treffen durchaus den aktuellen Zeitgeist: den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Alkoholmissbrauch. Ein Ja zur Initiative im Kanton Zürich hätte zudem Signalwirkung: Dann würde das eine analoge Initiative wohl auch in anderen Kantonen lanciert werden.

*Die ehemalige Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP) ist Vorstandspräsidentin des Blauen Kreuzes des Kantons Zürich.

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