19.07.2019 02:48

Grüner VorstossWerbung für Fleisch soll verboten werden

Die Grünen möchten, dass Basel-Stadt ein nachhaltiger Vorbildkanton wird. Dafür soll auch Werbung für klimaschädliche Produkte aus der Öffentlichkeit verbannt werden.

von
kom
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Solche Bilder könnten bald der Vergangenheit angehören.

Solche Bilder könnten bald der Vergangenheit angehören.

lha
Die Grünen Basel-Stadt wollen besonders klimaschädliche Dienstleistungen und Produkte nicht mehr auf Werbeplakaten auf der Allmend sehen.

Die Grünen Basel-Stadt wollen besonders klimaschädliche Dienstleistungen und Produkte nicht mehr auf Werbeplakaten auf der Allmend sehen.

lha
Betreffen könnte das beispielsweise Fleisch...

Betreffen könnte das beispielsweise Fleisch...

Kajakiki

Den Grünen Basel-Stadt geht es mit Massnahmen gegen den Klimawandel zu wenig voran. Die Partei hat am Mittwoch ein Positionspapier veröffentlicht, dass verschiedene Forderungen beinhaltet, wie das Konsumverhalten der Bevölkerung klimafreundlicher werden könnte.

In diesem Zusammenhang wird die Partei auch eine Reihe von Forderungen im Kantonsparlament einbringen. Vor allem ein Punkt sorgt für rauchende Köpfe: «Auf Allmend soll keine Werbung für besonders klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen gezeigt werden dürfen. Dazu gehören etwa Fleischprodukte und Flugreisen», steht im parlamentarischen Vorstoss, der im Herbst im Grossen Rat verhandelt werden wird.

«Wie weit das Verbot schlussendlich gehen würde, entscheidet die Regierung, falls das Parlament den Vorstoss überweist», erklärt Grünen-Parlamentarierin Barbara Wegmann. Der Kanton habe den Klimanotstand ausgerufen «jetzt muss auch etwas passieren», sagt sie.

«Als hätten wir keine Klimakrise»

«Wir alle sind angehalten, unser Konsumverhalten angesichts des Klimawandels zu ändern. Die Werbung spiegelt diese Realität aber nicht wieder. Es kann nicht sein, dass die Werbung diese Anreize weiter setzt, als hätten wir keine Klimakrise», so Wegmann.

Mit dieser Forderung kann Laetitia Block, Präsidentin der Jungen SVP Basel-Stadt wenig anfangen: «Sinnvoll sind Verbote, wenn der Mensch sich durch das beworbene Produkt selbst gefährdet, weswegen ja auch Werbung für Tabak und Alkohol verboten wurde.»

Das sei hier nicht der Fall: «Mit dieser Forderung wird der Metzger verteufelt, obwohl Fleisch dem einzelnen Menschen nicht schadet», erklärt die 27-Jährige. Die Klimaproblematik müsse man global angehen, nicht lokal.

«Lieber Kreta statt Greta»

Block befürchtet auch, dass der Entscheid Signalwirkung haben könnte: «Wenn das Werbeverbot erlassen wird, öffnet das anderen Forderungen, die uns in unserer persönlichen Entscheidungsfreiheit einschränken, Tür und Tor.»

Die Junge SVP Basel-Stadt selbst beschäftigt sich zur Zeit auch mit Klimafragen. Sie führt die «sommerliche Social Media-Kampagne gegen die Klimahysterie» und lässt ihre Mitglieder in T-Shirts mit dem Aufdruck «Lieber Kreta statt Greta» posieren.

Was halten Sie von einem Werbeverbot für klimaschädliche Produkte? Diskutieren Sie im Talkback.

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