Achtung verboten!: Werbung von Biedermann bis Brandstifter
Aktualisiert

Achtung verboten!Werbung von Biedermann bis Brandstifter

Die einen sind sexistisch, ordinär und nuttig, bei den anderen fragt man sich, wer dagegen protestiert hat: Diese Werbekampagnen wurden 2012 verboten.

von
phi

Jene Werbungen, die 2012 der Zensur zum Opfer fielen, könnten unterschiedlicher nicht. Während nachvollziehbar ist, dass insbesondere Anzeigen des Textilherstellers «American Apparel» für den einen oder anderen Betrachter zu sexistisch sind (siehe Bildstrecke), handelten die Behörden bei anderen Spots etwas gar übereifrig.

Ein Beispiel ist der norwegische Staat, der nach Beschwerden von Zuschauern die Reklame eines Sportartikel-Ladens aus dem Programm nahm. Der Grund: Das Filmchen sei zu verstörend. Tatsächlich handelt es sich aber um einen gut gemachten, humorvollen Clip über Zombies, die von Golfern, Tennisspielern, Fussballern und anderen Athleten unter Beschuss genommen und bekämpft werden.

Auf die Zombies mit Gebrüll! Quelle: YouTube/MrSuperstarAds•

Auch die Könige des schwarzen Humors zeigen sich manchmal von der dünnhäutigen Seite. Ein Werbespot für eine Reise-Website führte zu erstaunlichen 441 Beschwerden, weiss «The Independent»: Der harmlose Clip zeigt einen Chirurgen bei einer Hirn-Operation, der aus dem Patienten quasi eine Marionette macht. Der Grossteil der grantigen Zuschauer fühlte sich so beleidigt. 25 Kritiker meinten, Kinder könnten verstört werden und 16 Briten glaubten, der Clip würde Ärzte degradieren.

Der OP-Spot bereitete einigen Zuschauer Kopfzerbrechen. Quelle: YouTube/KAYAK

Daneben hat die UK Broadcasting Company auch diese Reklame für «SodaStream» verboten. Der Konsument wird aufgerufen, Softdrink-Flaschen zu retten, indem man seine eigene Brause daheim in Mehrwegflaschen macht. Warum der Film verboten wurde? Er «verleumdet andere Softdrinks», urteilte der Staat. Der Hersteller nannte diese Verdikt bloss «absurd», berichtete die «Huffington Post».

Flaschen-Beleidigung? Der «SodaStream»-Spot. Quelle: YouTube/SodaStreamGuru

2012 waren die britischen Gralshüter der Moral vielleicht auch besonders pingelig. Dieser Animationsfilm für den «Toyota GT86» ging den Prüfern zu weit, weil er angeblich Raserei fördert. Der gezeichnete Lenker tritt am Ende des Clips in die reale Welt über, weswegen sich laut «Car Buzz» ganze zwei Zuschauer beschwert haben – und nun ist die Werbung passé.

Quelle: YouTube/ToyotaUKTV

Für einen Einspruch verdient Grossbritannien aber auch Anerkennung: Die zuständigen Behörden verhinderten im Februar 2012 Anzeigen für «L'Oreal's Revitalift Repair 10». Der Grund: Das Gesicht von Hollywoodstar Rachel Weisz sei übertrieben geglättet worden. Tatsächlich könnte die Ü-40-Aktrice in der Werbung als 20-Jährige durchgehen (siehe Bildstrecke). «Der Bann dieser Werbung sollte neben früheren Verboten von Werbung mit Twiggy, Julia Roberts oder Christy Turlington ein Weckruf sein», sagte damals Politikerin Jo Swinson der «Daily Mail».

Neben Nordamerika und Europa gab es auch in Afrika Werbe-Zensur. Der öffentlich-rechtliche Sender SABC lehnte es ab, die Reklame für eine Imbisskette auszustrahlen, weil sie angeblich den südafrikanischen Präsidenten beleidigt. Erst zwei Stunden vor seiner Premiere wurde der Film laut «Guardian» abgesägt, der Jacob Zuma nicht gefallen hat.

Quelle: YouTube/TheFishandChipCo

Zu guter Letzt sind Sie am Zug, lieber Leser: Welche Werbung hätte Ihrer Meinung nach ebenfalls verboten werden müssen? Schreiben Sie uns im Talback!

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