28.07.2016 18:45

«Bumst für Dänemark»Werbung zeigt Wirkung – Babyboom in Dänemark

Eine Werbeaktion rief dänische Paare auf, mehr Sex zu haben. Kinder fürs Mutterland, hiess es. Nun scheint die Kampagne tatsächlich gefruchtet zu haben.

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Dänemark erlebt im Sommer 2016 einen Babyboom: Mehr als 16'200 Kinder sollen in den Sommermonaten bis Ende August zur Welt kommen - das wären rund 1200 mehr als im vergangenen Sommer.

Dänemark erlebt im Sommer 2016 einen Babyboom: Mehr als 16'200 Kinder sollen in den Sommermonaten bis Ende August zur Welt kommen - das wären rund 1200 mehr als im vergangenen Sommer.

Keystone/Christian Beutler
Zum ersten Mal seit Jahren könnte 2016 demnach die Marke von 60'000 Geburten geknackt werden. Kein Wunder: Im Herbst 2015 hatte der dänische Reiseveranstalters Spies Rejser eine Werbekampagne lanciert, die die Dänen dazu aufforderte, Nachwuchs zu zeugen.

Zum ersten Mal seit Jahren könnte 2016 demnach die Marke von 60'000 Geburten geknackt werden. Kein Wunder: Im Herbst 2015 hatte der dänische Reiseveranstalters Spies Rejser eine Werbekampagne lanciert, die die Dänen dazu aufforderte, Nachwuchs zu zeugen.

Screenshot Youtube
Doch der Reihe nach. Im Werbeclip ist eine Dame mittleren Alters zu sehen. Sie blättert gedankenverloren im Familienalbum, das letzte Bild zeigt ihren erwachsenen Sohn.

Doch der Reihe nach. Im Werbeclip ist eine Dame mittleren Alters zu sehen. Sie blättert gedankenverloren im Familienalbum, das letzte Bild zeigt ihren erwachsenen Sohn.

Screenshot

Dänemark erlebt derzeit einen wahren Babyboom: Mehr als 16'200 Kinder sollen während der Sommermonate bis Ende August zur Welt kommen – das wären rund 1200 mehr als im vergangenen Jahr. Zum ersten Mal seit Jahren könnte 2016 demnach die Marke von 60'000 Geburten pro Jahr geknackt werden.

Offenbar folgten die Dänen dem Rat einer TV-Sendung, die im vergangenen Herbst die Bevölkerung dazu aufgerufen hatte, sich im Bett mehr ins Zeug zu legen. Unter dem Motto «Knald for Danmark» («Bumst für Dänemark») rief der Sender DR die Dänen dazu auf, die schwache Geburtenrate im Land anzuheben.

Hebammen haben jetzt viel zu tun

Das öffentliche Fernsehen war nicht allein mit seinem Aufruf für mehr Fortpflanzung. Der Reiseveranstalter Spies Rejser warb in einem Spot mit der Aussage: «Der dänische Wohlfahrtsstaat ist unter Druck. Es werden immer noch nicht genug Kinder geboren.» In den Ferien hätten Paare viel mehr Sex, meinte das Unternehmen, und forderte junge Paare auf, einen romantischen Urlaub zu buchen. Sie boten sogar einen sogenannten «Eisprung-Rabatt» an.

Beide Kampagnen scheinen gefruchtet zu haben. «Ich habe in meiner Zeit als Hebamme noch nie einen vergleichbaren Boom erlebt», freut sich Ann Fogsgaard. Die Hebamme übt ihren Beruf in der Region Mitteljütland seit 33 Jahren aus, erklärt sie der Zeitung «Politiken». Dort ist der Babyboom besonders ausgeprägt – allein im kommenden Monat werden ein Viertel mehr Babys erwartet als vor einem Jahr.

Es kommen viele Babys, es könnten aber noch mehr sein

Wie viele Paare die Kampagne inspiriert hat, ist nicht erwiesen. Eine, die vom Aufruf motiviert wurde, ist Ulla Kobberø (37) aus Kopenhagen. Sie ist kürzlich Mutter von Zwillingen geworden: «Als dazu aufgefordert wurde, dass wir mehr Kinder bekommen sollen, habe ich gedacht: Das könnte ich doch eigentlich wirklich.»

Zusammen mit ihrem Mann habe sie sich ohnehin überlegt, noch ein Geschwisterchen für ihre beiden Töchter (6 und 3 Jahre alt) zu bekommen. «Wenn wir aber gewusst hätten, dass es gleich zwei würden, hätten wir es uns vielleicht noch mal überlegt», sagt die Frau scherzend.

Wenn es nach Experten geht, sollten die Dänen so weitermachen. Laut Forschern bekommen die Menschen in Dänemark trotz des Babybooms im Durchschnitt nur 1,7 Kinder. Das ist immer noch zu wenig, um die Bevölkerungszahl stabil und damit den dänischen Sozialstaat auf Dauer aufrechterhalten zu können.

Diese Werbung hat Tausende Paare dazu inspiriert, ein Kind zu bekommen. (Quelle: Youtube/Spies Rejser)

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