Rohstoff-Handel: Werden Alu-Dosen nun billiger?
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Rohstoff-HandelWerden Alu-Dosen nun billiger?

Die US-Bank Goldman Sachs stand unter Verdacht mit ihrer Metalldepotfirma Metro die Aluminiumpreise manipuliert zu haben. Jetzt hat sie Metro in die Schweiz verkauft.

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ish/sda
Getränkedosen: Coca-Cola hatte der US-Bank Goldman Sachs Preistreiberei bei Aluminium vorgeworfen

Getränkedosen: Coca-Cola hatte der US-Bank Goldman Sachs Preistreiberei bei Aluminium vorgeworfen

Der US-Investmentbankriese Goldman Sachs war eine der wenigen Banken weltweit, die noch unmittelbar im Rohstoffhandel mitmischten. Und wegen möglicher Preistreiberei in Verruf gerieten. Unternehmen wie Coca-Cola hatte der Goldman Sachs-Tochter Metro vorgeworfen, den Wettbewerb im Aluminium-Handel zu verzerren und die Alu-Dosen zu verteuern.

Laut einem Bericht des US-Senats von diesem November hat Goldman Sachs seine Bestände an Aluminium dazu genutzt, um Materiallieferungen zu verzögern. Dadurch wurde der Rohstoff auf den Märkten knapp und der Preis stieg. Goldman Sachs argumentierte dagegen, Aluminium sei nie knapp gewesen und die Preise für das Leichtmetall seien seit 2008 deutlich gefallen.

Schweizer Investmenthaus übernimmt

Nicht destotrotz: Goldman Sachs hat seine Metalldepotfirma Metro International Trade Services nun an das Schweizer Investmenthaus Reuben Brothers verkauft. Zu einem nicht genannten Preis, wie es am Dienstag hiess.

Nach den Ermittlungen des US-Senats gab es unter Goldman Sachs Verträge, mit denen Metro International einen grösseren Lagerbestand aufbauen wollte. So soll das Unternehmen seinen Kunden Millionen Dollar dafür gezahlt haben, damit sie ihre Metalle länger in den Lagern beliessen. Durch den entstandenen Engpass sei der Aluminium-Preis in die Höhe getrieben worden. Der Metro-International-Chef erklärte dazu, im Aluminium-Handel gebe es keine Engpässe, Verträge mit Kunden richteten sich nach dem Geschäftsumfeld.

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