Aktualisiert 27.04.2020 14:52

Tourismus

Grenzen könnten bald etwas geöffnet werden

Brüssel denkt breites über regionale Grenzöffnungen nach. Auch in der Schweiz gibt es dahingehend Pläne.

von
doz
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Bald könnte es zu Lockerungen an den Grenzen kommen.

Bald könnte es zu Lockerungen an den Grenzen kommen.

Felix KÄstle
Der Bundesrat diskutiert über die Öffnung der Grenzen für bestimmte Personengruppen.

Der Bundesrat diskutiert über die Öffnung der Grenzen für bestimmte Personengruppen.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Dies soll unter anderem für Familienmitglieder gelten, die von ihrer Familie getrennt wurden.

Dies soll unter anderem für Familienmitglieder gelten, die von ihrer Familie getrennt wurden.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Die Grenzen in Europa sind wegen Covid-19 dicht. Darunter leidet der Tourismus stark. Unklar ist, wie lange das so bleiben wird. Klar ist hingegen, dass eine Lockerung der Massnahmen nur koordiniert möglich ist. Brüssel soll daher über regionale Grenzöffnungen nachdenken.

Wo wir unsere Sommerferien verbringen werden, ist im Moment noch völlig offen – auf Balkonien oder doch am Mittelmeer? EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dämpfte jedenfalls Anfang April in der «Bild am Sonntag» die Erwartungen. Sie rate allen, mit Plänen für die Sommerferien zu warten. «Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen.»

Monitoring muss möglich sein

Doch Tourismus ist kaum ohne Grenzöffnung möglich. Daher will die EU-Kommission nächstens dazu Leitlinien vorlegen. Bis zur Sommersaison solle es einen «europäischen Ansatz» geben, sagte ein EU-Kommissionssprecher kürzlich.

In ihrem Mitte April präsentierten Corona-Fahrplan hatte die Brüsseler Behörde bereits erste Kriterien genannt, die bei einer möglichen Grenzöffnung eine Rolle spielen könnten. Dazu zählen die allgemeine Gesundheitslage, die Möglichkeit eines Monitorings und die Kapazitäten des Gesundheitssystems eines Landes.

Regionale Grenzöffnung

Die Leitlinien dürften also in die Richtung gehen, dass Nachbarstaaten, die die oben erwähnte Bedingungen erfüllen, langsam gegenseitig ihre Grenzen aufmachen können. Laut ihrem Sprecher braucht die Kommission für die Ausarbeitung der Leitlinien aber noch etwas Zeit. Doch viel davon bleibt ihr nicht.

Denn bereits sind einzelne EU-Staaten mit eigenen Ideen vorgeprescht – so beispielsweise Österreich. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger schlug vor, bilaterale Tourismus-Vereinbarungen mit anderen Staaten zu schliessen, die wie Österreich eine tiefe Coronafallzahl vorweisen.

Lage in der Schweiz

Auch in der Schweiz hat man sich Überlegungen zu einer schrittweisen Öffnung der Grenzen gemacht.

Justizministerin Karin Keller-Sutter hat der «NZZ am Sonntag» zufolge bereits eine mögliche Exit-Strategie entwickelt. So habe der Bundesrat über erste Lockerungsschritte beraten, die bereits am 11. Mai umgesetzt werden könnten. Demnach könnten dann gewisse Personengruppen wieder einreisen. Dazu gehören beispielsweise Monteure, die Maschinen unterhalten müssen oder Familienmitglieder, die von ihrer Familie getrennt wurden.

Allzu hoffnungsvoll dürfen die Schweizerinnen und Schweizer aber trotz dieser Lockerung noch nicht sein. Wie Aussenminister Ignazio Cassis im «Blick» sagte, dürften Auslandreisen diesen Sommer «nur begrenzt oder gar nicht möglich sein».

Rückgang im Tourismussektor

Zurzeit erleidet der Tourismus wegen der Corona-Pandemie weltweit einen massiven Einbruch. Der Bund geht davon aus, dass in der Schweiz die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr aktuell um bis zu 95 Prozent tiefer liegen. Über das ganze Jahr rechnet er mit einem Umsatzrückgang von bis zu 35 Prozent.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzt ihrerseits für die westliche Welt einen Rückgang im Tourismussektor wegen Corona von 45 bis 70 Prozent. EU-Binnenmarktkommissar Therry Breton geht ebenfalls von bis zu 70 Prozent für die EU aus.

Am Montag werden deshalb die EU-Tourismusminister per Videokonferenz über die Situation der Tourismusindustrie diskutieren. Die Schweiz als Schengen-Staat, ist ebenfalls zur Videokonferenz eingeladen.

(doz/sda)

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