Aktualisiert 26.02.2015 17:23

Frankenstein-Szenario

Werden bald ganze Köpfe transplantiert?

Es klingt nach Horrorfilm, soll aber in zwei Jahren Realität sein: die Verpflanzung von Köpfen. Das behauptet zumindest ein italienischer Chirurg.

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Die Pläne eines italienischen Chirurgen erinnern an Frankensteins Monster.

Die Pläne eines italienischen Chirurgen erinnern an Frankensteins Monster.

Universal Pictures
Denn Sergio Canavero plant, künftig Köpfe zu verpflanzen. Schon in zwei Jahren soll es soweit sein. Ob ihn dazu der Film «Mars Attacks» inspiriert hat, ist unbekannt.

Denn Sergio Canavero plant, künftig Köpfe zu verpflanzen. Schon in zwei Jahren soll es soweit sein. Ob ihn dazu der Film «Mars Attacks» inspiriert hat, ist unbekannt.

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Er ist nicht der Erste, der auf eine solche Idee kommt. Schon in den 1950er-Jahren verpflanzte der sowjetische Physiologe Vladimir Demichow Hundeköpfe. Zwar war die OP erfolgreich, doch die Hunde überlebten nicht lange.

Er ist nicht der Erste, der auf eine solche Idee kommt. Schon in den 1950er-Jahren verpflanzte der sowjetische Physiologe Vladimir Demichow Hundeköpfe. Zwar war die OP erfolgreich, doch die Hunde überlebten nicht lange.

Bundesarchiv,Bild183-61478-0004/Weiss,Günter/CC-BY

In Mary Shelleys 1818 veröffentlichtem Roman «Frankenstein» erschafft der junge Schweizer Viktor Frankenstein einen künstlichen Menschen. Was damals wie heute von den Lesern als Fantasie abgetan wird, sorgt jetzt wieder für Kopfschütteln. Denn der italienische Neurowissenschaftler Sergio Canavero hat sich vorgenommen, die Köpfe Verstorbener auf die Körper von Lebenden zu verpflanzen. Bereits in zwei Jahren soll es so weit sein, wie er dem «New Scientist» verriet.

Profitieren sollen von einem solchen Eingriff vor allem Querschnittsgelähmte oder Menschen, die wie Astrophysiker Stephen Hawking an ALS leiden. Ganz billig wäre eine solche Operation aber nicht. Die Kosten dürften sich laut Canavero auf über 10 Millionen Franken belaufen.

Köpfen der Beteiligten erforderlich

Das verwundert in Anbetracht der aufwändigen Prozedur nicht. Denn für den Eingriff müssen die Köpfe von Spender und Empfänger zeitgleich und mit höchster Vorsicht abgetrennt werden. Anschliessend müssen sowohl die Schnittstellen als auch der Spenderkopf gekühlt und die durchtrennten Teile wie Blutgefässe, Nervenstränge und Rückenmark miteinander verbunden werden.

Damit das funktioniert, plant Canavero sogenanntes Polyglykol einzusetzen. So wie heisses Wasser Spaghetti dazu bringt, aneinanderzukleben, diene die Chemikalie dazu, die Körperzellen zum Zusammenwachsen zu bringen. Dies dürfte nach Ansicht des Wissenschaftlers mehrere Stunden dauern. Damit die zarten Bande nicht aufreissen, muss der Empfänger über mehrere Wochen im Koma gehalten werden. Nach dem Aufwachen soll der Patient in der Lage sein, sich zu bewegen und sein neues Gesicht zu fühlen.

Dass das funktioniert, daran hat der Italiener keine Zweifel. Seiner Meinung seien die dafür notwendigen Technologien heute alle vorhanden. Bislang ist Forschern jedoch bloss das Verpflanzen von Hunde- und anderen Tierköpfen gelungen. Allerdings überlebten die Tiere die Operation nur wenige Tage.

Sergio Canavero ist überzeugt, dass sein Plan aufgehen wird. (Youtube/leakbbc@news)

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