Aktualisiert 27.02.2019 10:04

Bestechungsfall bei GC

Werden Eltern und Berater nun ausgesperrt?

Bei GC hat ein Trainer gegen Bezahlung Nachwuchsfussballer in die Juniorenteams aufgenommen. Ein Modell aus England könnte dies zukünftig vermeiden.

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Der Bestechungsfall bei den Grasshoppers weitet sich aus: Neben einem Festangestellten sind auch vier weitere Kinderfussball-Trainer betroffen.

Der Bestechungsfall bei den Grasshoppers weitet sich aus: Neben einem Festangestellten sind auch vier weitere Kinderfussball-Trainer betroffen.

Keystone/Melanie Duchene
Gemäss internen Quellen hat der Schweizer Rekordmeister Grasshoppers Club Zürich Ende des vergangenen Jahres einen Juniorentrainer freigestellt, der Geldsummen von Eltern angenommen hatte, um Kinder im Nachwuchs von GC zu integrieren.

Gemäss internen Quellen hat der Schweizer Rekordmeister Grasshoppers Club Zürich Ende des vergangenen Jahres einen Juniorentrainer freigestellt, der Geldsummen von Eltern angenommen hatte, um Kinder im Nachwuchs von GC zu integrieren.

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Intern hat der Mann gestanden. Für eine Stellungnahme war der Trainer bisher nicht zu erreichen.

Intern hat der Mann gestanden. Für eine Stellungnahme war der Trainer bisher nicht zu erreichen.

Keystone/edi Engeler

GC-Nachwuchschef Roman Hangarter erzählt von 13-Jährigen, die bereits von Beratern kontaktiert werden. Im Nachwuchsbereich seien Tendenzen spürbar, dass immer mehr Eltern oder Beratern Junioren pushen, damit diese im Spitzenfussball Fuss fassen. Um dies zu erreichen, seien «viele Mittel recht».

Nicht erst seit Bekanntwerden des Bestechungsfalls bei GC machen sich die Grasshoppers und der Verband Gedanken, wie man den Auswüchsen im Nachwuchsbereich Einhalt gebieten kann. Erste Schritte wurden bereits umgesetzt.

Bei GC sind bei Gesprächen zwischen Club und Spielern unter 18 Jahren seit Herbst keine Berater mehr zugelassen. Zudem sind auf dem Trainingscampus private Videoaufnahmen verboten. Ausserdem diskutiert man intern, ein Model aus dem englischen Junioren-Spitzenfussball zu übernehmen. Dort finden bis zur U-16 Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur Clubvertreter sind zugelassen, Eltern und Beratern haben keinen Zugang.

Auch der Schweizer Fussballverband SFV stellt den Status quo in Frage. Gemäss Raphael Kern, Ressortleiter Breitenfussball beim SFV, nimmt man den Fall ernst. «Wir stellen uns die Frage, ab welchem Alter Kinder in den Spitzenvereinen integriert werden sollten.» Mit «Footeco» habe man ein Förderprogramm, welches die Junioren langsam an den Elite-Fussball heranführe. Bei zu frühem Eintreten in den Spitzenfussball würden Träume und Druck entstehen, so Kern weiter.

(20 Minuten)

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