Aktualisiert 15.12.2010 19:23

CyberwarWerden Facebook & Co zu Feinden?

Wikileaks hat die Büchse der Pandora geöffnet: Facebook & Co. gehören künftig auch zu den Waffen von Cyber-Terroristen, warnen Experten.

von
Elisabeth Rizzi

Der Internet-Krieg hat eine neue Dimension erreicht.

«Wikileaks hat eine neue Methode populär gemacht, um Webseiten lahmzulegen», sagt Frank Thonüs, Schweiz-Chef des IT-Sicherheitsanbieters Symantec. Bisher wurden Angriffe auf Websites hauptsächlich illegal über so genannte Bot-Netzwerke gemacht. Das heisst: Kriminelle nisteten sich in Tausende von Computern ein und liessen diese gleichzeitig auf die Opferseite zugreifen, so dass diese unter dem Ansturm kollabierte. Neu sei der öffentliche Aufruf in Social Networks wie Facebook, so Thonüs. Wikileaks-Aktivisten liessen Sympathisanten eine Software downloaden, um Webseiten gezielt zu blockieren. So legten Tausende Aktivisten letzte Woche die Seiten von Mastercard, Visa und PostFinance zeitweise lahm. «Diese Methode ist billiger als Bot-Netzwerke», sagt der Experte. Wo es gelinge, derart zu mobilisieren, seien Nachahmer darum wahrscheinlich.

Doch nicht nur Facebook & Co. drohen zu Feinden im Cyberwar zu werden. «2011 dürften Internet-Kriminelle zunehmend Smartphones für ihre Zwecke missbrauchen», glaubt Thonüs. Der Grund: Bislang gab es keinen klaren Marktführer bei mobilen Endgeräten. Hacker hätten also eine Attacke für mehrere Betriebssysteme entwickeln müssen. «Doch die zunehmende Marktkonzentration auf ein paar wenige, erfolgreiche Modelle und die wachsende Zahl von Smartphones kommt Hackern entgegen», warnt Thonüs.

«Attraktives Ziel für Angreifer»

Frank Thonüs, Chef von Symantec Schweiz, versteht Firmen, die den Zugriff auf Facebook sperren.

Herr Thonüs, wie oft wird die Website von Symantec gehackt?

Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Aber wer wie wir in der IT-Sicherheit tätig ist, ist immer ein höchst attraktives Ziel für Angreifer.

Darf man bei Symantec USB-Sticks verwenden?

Ja, aber bei Daten aus unseren Systemen verwenden wir eine Verschlüsselung.

Ist das zunehmende Home Office eine Gefahr für die IT-Sicherheit?

Nein, die Technologie ist erhältlich, um Informationssicherheit zu gewähren.

Sollen Firmen den Zugriff auf Facebook sperren?

Ich verstehe einerseits, dass Firmen aus Datenschutzgründen den Zugriff blockieren. Andererseits sind Sites wie Facebook Teil unserer Gesellschaft. Wir nutzen sie als Geschäftszweig.

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