Keine Kulanz – «Werden in Laax keine Winterferien mehr machen»

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Keine Kulanz«Werden in Laax keine Winterferien mehr machen»

Über 1300 Franken bezahlte ein Toggenburger für die Sechs-Tages-Karten für die Familien-Skiferien. Wegen des schlechten Wetters konnten diese kaum genutzt werden. Als er um Teilrückerstattung bat, wurde er im Regen stehen gelassen.

von
Jeremias Büchel
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In Laax wird der Toggenburger künftig keine Skiferien mehr verbringen.

In Laax wird der Toggenburger künftig keine Skiferien mehr verbringen.

20min/Community
Seine Sechs-Tages-Karte konnte er kaum brauchen. An mehreren Tagen waren nur vier Anlagen … 

Seine Sechs-Tages-Karte konnte er kaum brauchen. An mehreren Tagen waren nur vier Anlagen … 

privat
… und wenige Pistenkilometer offen. 

… und wenige Pistenkilometer offen. 

privat

Darum gehts

  • Über 1300 Franken gab ein Familienvater für die Lifttickets der Skiferien in Laax aus. 

  • Leider hatte die Familie Wetterpech. Gerade mal an zwei von sechs Tagen lief die Mehrheit der Anlagen. 

  • Deswegen wurden die Bergbahnen um eine Teilrückerstattung gebeten. 

  • Doch die Liftbetreiber gingen nicht darauf ein und verwiesen auf die AGB. 

Anfang Februar verbrachte eine Familie aus dem Toggenburg ihre Skiferien in der Region Flims-Laax-Falera im Kanton Graubünden, wie auch schon das Jahr zuvor. Diese Saison buchten sie ihre Sechs-Tages-Tickets für die Bergbahnen im Voraus, da die Bergbahnen dynamische Preise ansetzten und in der Buchungsvorschau ersichtlich war, dass unter Umständen nur noch wenige Tickets im Angebot sind oder diese gar ausverkauft sein könnten. «Um sicherzugehen, dass wir während der Ferien auch Tickets erhalten, buchten wir diese im Voraus», so der 54-jährige Familienvater. Kostenpunkt: 1341.50 Franken.

Doch während der Ferien war die Witterung schlecht, weshalb wegen Wind und Wetter nur wenige Anlagen in Betrieb waren. «Am ersten Tag liefen noch einige wenige Lifte, an den Tagen zwei, drei und vier dann fast keine Anlagen mehr», so der Toggenburger. Es seien beispielsweise vier Lifte in Betrieb gewesen, doch diese teilweise nicht zusammenhängend. «Wir konnten zwar einen Lift hochfahren und dann die Schlittelpiste mit den Ski herunterfahren», beschreibt der Chemiker einen der Skitage. Die letzten beiden Tage liefen die Bergbahnen vollumfänglich, es schneite aber. Eine Skiwoche zum Vergessen. Da der Toggenburger über 1300 Franken für die Tickets ausgegeben hatte, die er nur stark eingeschränkt nutzen konnte, erkundigte er sich bei den Bergbahnen bezüglich einer Teilrückerstattung.

AGB und höhere Gewalt

Zu seiner Überraschung zeigte man kaum Kulanz und verwies auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die Lifte seien wegen starken Windes nicht gelaufen und die Sicherheit der Gäste habe Priorität. In den AGB sei vermerkt, dass bei Betriebseinstellungen infolge höherer Gewalt wie Wettereinflüssen oder Lawinengefahr keinerlei Ansprüche geltend gemacht werden können.

Da der Orkan über mehrere Tage den Grossteil des Skigebiets lahmgelegt hatte, wurden ausnahmsweise sogenannte «Inside-Punkte» im Kundentreueprogramm im Wert von 80 Franken gutgeschrieben.

«Risiko wird auf die Kunden abgeschoben»

Für den Toggenburger ein Hohn. Als er die Punkte für einen Schlittelplausch einlösen wollte, war das nicht möglich. Aber vor allem: Er hatte über tausend Franken für die Tickets bezahlt, die er kaum nutzen konnte. Den Vorverkauf nutzte er, weil auf der Website suggeriert wurde, dass die Tickets auch mal ausverkauft sein könnten oder wegen dynamischer Preise deutlich teurer werden könnten. «An drei Tagen waren nur vier Lifte in Betrieb», sagt er enttäuscht. Damit hätten die Bahnen auch Kosten eingespart und hätten seiner Meinung nach etwas davon den Kunden und Kundinnen zurückgeben können. «Das Risiko der Ausfälle wird einfach auf die Kunden abgeschoben.» Für den 54-Jährigen ist klar: «Wir werden in Laax keine Winterferien mehr machen.»

Immerhin: «Die Ferien waren trotzdem schön, doch die Reaktion der Bergbahnen ist ein bitterer Wermutstropfen», so der Chemiker. 

Die Medienstelle der Bergbahnen wollte keine Stellungnahme zu Vorwürfen abgeben. Nur so viel: Das «Guest Care Team» kümmere sich um Anfragen und Anliegen der Gäste und sei jeweils bemüht, eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Auch im Fall des Toggenburgers. Genutzt hat dies nicht. Mit den für ihn nutzlosen Treuepunkten ist der 54-Jährige gar nicht zufrieden.  

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