Immer mehr Nasen-OPs werden rückgängig gemacht

In den USA werden Nasen-OPs immer häufiger rückgängig gemacht. Eine Expertin verrät, ob dieser Trend auch in der Schweiz angekommen ist. 

In den USA werden Nasen-OPs immer häufiger rückgängig gemacht. Eine Expertin verrät, ob dieser Trend auch in der Schweiz angekommen ist. 

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Neuer TrendWerden Nasen-OPs jetzt wieder rückgängig gemacht?

In den USA gehen die Zahlen von Nasenkorrekturen zurück, gleichzeitig werden frühere Eingriffe rückgängig gemacht. Eine Expertin verrät, ob der Trend auch in der Schweiz angekommen ist.

von
Malin Mueller

In den letzten Jahrzehnten erlebten Schönheits-OPs einen Boom. Viele Menschen liessen sich erst Brüste vergrössern, dann Hintern, Taillen wurden schmaler und Nasen kleiner. Jetzt scheint sich das Blatt – vor allem bei Letzterem – langsam zu wenden.

Bella Hadid setzt den Trend

Vor kurzem gestand Bella Hadid öffentlich, dass sie ihre Nasen-OP im Alter von 14 Jahren heute bereue und sich ihre alte Nase zurückwünsche. Kurze Zeit später tauchen aus den USA und England Berichte auf, in denen die Menschen ernst machen: Der Höcker, der damals weg sollte, wird heute wieder aufgebaut, die ursprünglichen Nasen rekonstruiert.

Wir haben mit Prof.(Ru) Dr. med. Monika Gericke, leitende Ärztin in der Zürcher Faceclinic, über den Trend gesprochen und nachgefragt, wie es in der Schweiz aussieht.

Über die Expertin

Prof.(Ru) Dr. med. Monika Gericke ist die leitende Ärztin in der Zürcher Faceclinic.

Prof.(Ru) Dr. med. Monika Gericke ist die leitende Ärztin in der Zürcher Faceclinic.

Faceclinic.ch

Der Höcker soll zurück

Die brennendste Frage zuerst: Inwiefern ist es möglich, eine operierte Nase wieder in den Originalzustand zurückzubringen? «Die Ausgangslage ist wichtig: Bei einem ersten Eingriff sollte eine schonende Technik gewählt werden, um spätere Rekonstruktionen zu ermöglichen», so die Expertin. Hoffnung gebe es aber durchaus: «So wie man Reduktionen durchführen kann, gibt es auch immer Möglichkeiten, einen Aufbau zu machen.»

Wie denkst du darüber, dass viele ihre Nasen-OPs rückgängig machen lassen wollen?

In der Schweiz setzt man auf Natürlichkeit

Der Trend, zurück zum Ursprung, gefällt der Chirurgin. «Ich erkläre meinen Kundinnen und Kunden schon immer, dass ein natürliches Ergebnis bei einer Nasenkorrektur im Vordergrund stehen sollte.» Wichtig sei am Ende vor allem, dass sich die Patientin oder der Patient noch wiedererkenne. «Ich versuche, eine Harmonisierung des Profils zu erreichen, keine Persönlichkeitsveränderung.»

Monica Gericke sagt aber auch, dass man in der Schweiz ohnehin mehr auf Natürlichkeit setze: «Die extremen Bilder aus den USA schrecken hier eher ab. Oft ist zum Beispiel ein kleiner Höcker ein besonderes Merkmal eines Menschen, das er auf keinen Fall verändern möchte.»

Nasenkorrektur – diese Möglichkeiten gibt es

Wenn du dir bei deiner Nasenkorrektur ganz sicher bist, muss es nicht gleich der Gang unters Messer sein.

Kleine Unebenheiten lassen sich neben der operativen Nasenreduktion auch mit einer Unterspritzung von Hyaluron ausgleichen.

Die Technik ist aber nicht von Dauer: Bis zu zwölf Monate halten die Ergebnisse, danach muss nachgespritzt werden. Kläre am besten mit einer Fachperson ab, was möglich ist und welche Technik für dich die richtige ist.

Roman Nose trendet

Diese Tendenz ist auch in den sozialen Netzen spürbar. Auf Tiktok teilen immer mehr Creator, wie ästhetisch sie die typische romanische Nase finden, die in der Antike als Schönheitsideal galt.

«Die Einzigartigkeit steht wieder mehr im Vordergrund», weiss auch die Spezialistin. «Besonders in den USA und in Südamerika sahen sich viele Menschen mit einer Nasenkorrektur zeitweise recht ähnlich.» Durch den Trend zum Individualismus sei das mittlerweile anders: «Meine Patientinnen und Patienten kommen mit genauen Vorstellungen und Wünschen. Dabei sind die Anliegen sehr individuell.»

Die Nachfrage bleibt

Um einen zweiten Eingriff zu vermeiden, rät Gericke zur intensiven Vorbereitung. «Vor einem Eingriff müssen mehrere Gespräche geführt werden, in denen auf das Vorgehen und die angewandten Techniken eingegangen wird. Die Patientin oder der Patient muss genau wissen, worauf sie oder er sich einlässt.» Auch die Vorstellungen sollten klar definiert werden: «Nicht jedes Ergebnis ist realistisch. Anhand von Simulationen kann man heute aber gut analysieren, was gewünscht wird.»

Einen Trend zu weniger Nasenkorrekturen weist die Spezialistin aber von der Hand: «Die Anliegen sind andere, aber dadurch nicht weniger: Durch verbesserte OP-Techniken können immer natürlichere Resultate erreicht werden. Oftmals werden nur kleine Veränderungen gewünscht, die für eine Einzelperson dennoch viel ausmachen können.» 

Wie denkst du über solche Beauty-Eingriffe? Diskutiere in den Kommentaren mit!

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