Alles zur Übernahme: Werden Pfister-Möbel jetzt günstiger?
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Alles zur ÜbernahmeWerden Pfister-Möbel jetzt günstiger?

Die österreichische XXXLutz-Gruppe hat das Möbelhaus Pfister gekauft. Werden die Möbel nun günstiger? Hier sind die wichtigsten Antworten.

von
B. Scherer
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Das Einrichtungshaus Möbel Pfister geht in ausländische Hände über.

Das Einrichtungshaus Möbel Pfister geht in ausländische Hände über.

Keystone/Walter Bieri
Der österreichische Günstig-Anbieter XXXLutz hat die Schweizer Möbelmarke gekauft.

Der österreichische Günstig-Anbieter XXXLutz hat die Schweizer Möbelmarke gekauft.

Keystone/Patrick Huerlimann
Neben dem Möbelhaus gehen auch Pfister Professional, Pfister Vorhang Service und die Arco Regio in den Besitz von XXXLutz über. Pfister wird seinen Namen aber behalten ...

Neben dem Möbelhaus gehen auch Pfister Professional, Pfister Vorhang Service und die Arco Regio in den Besitz von XXXLutz über. Pfister wird seinen Namen aber behalten ...

Keystone/Walter Bieri

Das Traditionsmöbelhaus Pfister verliert seine Unabhängigkeit: Es geht in ausländische Hände über. Die österreichische XXXLutz-Gruppe hat das Schweizer Einrichtungshaus gekauft.

Bisher gehörte Möbel Pfister zur F. G. Pfister Holding. Gibt es in Zukunft also keinen Möbel Pfister oder Möbel Hubacher mehr in der Schweiz? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Heisst Möbel Pfister in Zukunft XXXLutz?

Nein. Möbel Pfister, Hubacher, Egger und Svoboda werden ihre Namen behalten, wie F. G. Pfister Holding an der Pressekonferenz am Mittwoch in Zürich mitteilte. Auch werden die Einrichtungshäuser ihren eigenen Marktauftritt weiterführen.

Was passiert mit den Angestellten von Pfister?

Für die 1800 Mitarbeitenden werde sich durch den Verkauf nichts ändern, wie Verwaltungspräsident Rudolf Obrecht an der Pressekonferenz sagt. Entlassen wird also niemand. Die Angestellten der Pfister-Gruppe würden zu den gleichen Konditionen wie bisher weiterbeschäftigt.

Wer verdient das grosse Geld mit dem Deal?

Der Verkaufspreis wird nicht verraten. Jedoch fliesst das Geld in die F. G. Pfister Holding AG, wie Obrecht an der Konferenz verkündet. Weder der Stiftungsrat noch der Verwaltungsrat profitieren finanziell. Stattdessen werden die Mitarbeiter am Verkaufsgewinn beteiligt: «Sämtliche Mitarbeiter erhalten 1000 Franken pro Dienstjahr auf jeder Kaderstufe und in jeder Funktion», so Obrecht. Somit werden mehr als 20 Millionen Franken ausgeschüttet.

Werden die Möbel jetzt billiger und die Qualität schlechter?

Ob sich die Preise durch die Übernahme verändern, sei schwierig abzuschätzen, sagt Marco Vincenzi, Projektleiter des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts BAK. Der Import von Möbeln habe sich durch die Wechselkursrelation in den letzten Jahren deutlich verbilligt. «Dadurch sind ausländische Möbel preislich attraktiver geworden.» Geht der Preiswettbewerb so weiter, würden sicher auch die Pfister-Möbel günstiger, so Vincenzi.

Was ist XXXLutz für ein Unternehmen?

1945 wurde das Unternehmen als Vertrieb von Handwerkskunst in Oberösterreich gegründet. Inzwischen betreibt der Möbelhändler 297 Einrichtungshäuser in zwölf europäischen Ländern und beschäftigt 22'200 Mitarbeiter. Mit einem Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Euro ist das Unternehmen einer der drei grössten Möbelhändler der Welt. Im September 2018 hat das österreichische Unternehmen im aargauischen Rothrist die erste XXXLutz-Filiale mit 15'000 Quadratmetern eröffnet. Bereits ist ein zweites Geschäft in Affoltern am Albis (ZH) geplant. Dieses soll 2021 eröffnen.

Das sagen die Experten

Laut eigenen Angaben hat Möbel Pfister schwarze Zahlen geschrieben. Trotzdem wurde das Unternehmen verkauft. Mit einem starken Partner, der europaweit und global tätig ist, bleibe die Pfister Gruppe in Zukunft wettbewerbsfähig, wie es an der Pressekonferenz hiess. «Ich verstehe den Verkauf nicht», sagt Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler. Möbel Pfister sei eine bekannte und starke Schweizer Marke und hätte auch ohne einen internationalen Partner überlebt. «Möbelgeschäfte, die gut positioniert sind und schwarze Zahlen schreiben, können sich in der Schweiz trotz der Konkurrenz behaupten.» Laut Sandra Wöhlert, Geschäftsleitung Schweiz des Marktforschungsinstituts GfK nehme der internationale Einfluss in der Schweiz seit Jahren zu. Diese Entwicklung treffe alle Branchen. Laut Wöhlert könnte es daher in Zukunft weiterhin Zusammenschlüsse mit ausländischen Firmen geben. «Wenn die Unternehmen zusammenpassen, können dadurch auch Synergien genutzt werden.»

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