Aktualisiert 07.06.2006 20:04

Werdinsel: Kampagne gegen «öffentlichen Verkehr»

Auf der Werdinsel wird nicht nur nackt gebadet, oft kommt es auch zu öffentlichem Sex. Dagegen wurde nun eine Plakatkampagne lanciert.

Auf der Werdinsel hat der Sommer nun auch begonnen: Dutzende splitternackte Männer kamen sich gestern – vom hohen Gras nur dürftig bedeckt – näher, andere kühlten ihre Sinne mit einem Nacktbad in der Limmat.

Eine neue Plakatkampagne des Netzwerks Sicherheit und Sauberkeit soll die schwulen Besucher jedoch dazu bewegen, sich auf der Insel nicht mehr derart hemmungslos der Lust hinzugeben. «Auf der Werdinsel gibt's keinen öffentlichen Verkehr», lautet einer der Slogans.

Den Anstoss zur Kampagne gaben Klagen aus der Bevölkerung. «Im letzten Sommer hat der öffentliche Sex ein Ausmass angenommen, das der Quartierverein Höngg nicht mehr akzeptieren will», sagt Andreas Egli vom Quartierverein, der im Netzwerk vertreten ist. Gegen das FKK-Baden habe man aber nichts, betont er.

Auch die Homosexuelle Arbeitsgruppe Zürich (HAZ) unterstützt die Kampagne. «Wir müssen uns an gewisse Regeln halten, sonst werden wir vertrieben», sagt Orlando Notter von der HAZ. Die Polizei appelliert an die Toleranz und Rücksichtsnahme aller Beteiligten. Stapo-Sprecher Michael Wirz: «Wir greifen nur ein, wenn es Reklamationen gibt, und bei illegalen Handlungen wie Exhibitionismus.»

Marco Lüssi

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