Hündeler handeln: Werdinsel: Petition gegen neue Leinenpflicht
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Hündeler handelnWerdinsel: Petition gegen neue Leinenpflicht

Mit einer Petition wehren sich die Hündeler gegen die neu eingeführte Leinenpflicht auf der Zürcher Werdinsel. Bereits haben mehrere Hundert Personen unterschrieben.

von
rom

Um «sensible Naturräume» zu erhalten, gilt auf der bei Hündelern beliebten Werdinsel neu Leinenpflicht. Das sorgt für Unverständnis. Jetzt wehren sich die Hundehalter mit einer Petition dagegen. «Wir haben bereits mehrere Hundert Unterschriften gesammelt», sagt Petitionärin Franziska Fischer, die mit ihren beiden Windhunden regelmässig auf der Werdinsel Gassi geht.

Die Biologin ärgert sich vor allem über eine der Begründungen von Grün Stadt Zürich: «Man will den Südspitz der Werdinsel zum Brutvogelschutzgebiet erklären, das ist doch kein geeigneter Ort.» Dieser Teil sei vom ersten bis zum letzten Sonnenstrahl bevölkert von Hündelern, Badenden, Schwulen und Nudisten. «Alle haben sich miteinander arrangiert – Probleme gibts selten.»

Kaum jemand hält sich daran

Trotzdem herrscht nun Leinenpflicht und die Patrouillen von Sicherheit Intervention Prävention (SIP) halten ein Auge darauf. «Noch sind zwar erst wenige Hunde, die wir antreffen, angeleint», sagt SIP-Betriebsleiter Christian Fischer. «Aber wenn wir die Halter daran erinnern, holen sie dies nach – wenn auch ohne Begeisterung.» Im Gegenzug erhalte man dafür viele positive Reaktionen zur Leinenpflicht von Spaziergängern.

Dessen ungeachtet sammelt Petitionärin Fischer weiterhin Unterschriften: «Mindestens 1000 peilen wir an.» Unterstützung erhält sie dabei von der Hundepartei. Voraussichtlich im Herbst soll die Petition an den Stadtrat übergeben werden. Dieser hat dann sechs Monate Zeit für die Antwort. Fischer hofft, dass Grün Stadt Zürich bei der Leinenpflicht nochmals über die Bücher geht: «Sonst bleibt uns für den Freilauf bald nur noch die Allmend und es blühen Zustände wie in Kopenhagen, wo sich Dutzende Hündeler im einzigen noch erlaubten Park treffen müssen.»

Nutzungskonzept geplant

Unabhängig von der Antwort des Stadtrats will Grün Stadt Zürich in den nächsten zwei Jahren ein Nutzungskonzept für die Werdinsel erarbeiten. Darin wird definiert, was man künftig wo tun darf. Und zwar unter Einbezug aller Betroffener – von Anwohnern bis zur SIP. Lukas Handschin, Sprecher von Grün Stadt Zürich: «Der Nutzungsdruck auf die Werdinsel wird weiter zunehmen, da wollen wir gewappnet sein.»

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