Klimakrise: Wermuth fliegt nach Budapest – Glarner spricht von «Skandal»

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KlimakriseWermuth fliegt nach Budapest – Glarner spricht von «Skandal»

SVP-Nationalrat Andreas Glarner kritisiert den SP-Co-Präsidenten Cédric Wermuth: Dieser flog nach Budapest, obwohl er solche Flüge kürzlich verbieten lassen wollte. Wermuth erklärt, er sei in die Ukraine weitergereist. 

von
Christina Pirskanen
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SVP-Nationalrat Andreas Glarner hat auf Twitter seinen Nationalratskollegen, SP-Co-Präsident Cédric Wermuth scharf kritisiert.

SVP-Nationalrat Andreas Glarner hat auf Twitter seinen Nationalratskollegen, SP-Co-Präsident Cédric Wermuth scharf kritisiert.

20min/Simon Glauser
Wermuth soll demnach mit dem Flugzeug von Zürich nach Budapest gereist sein. 2019 sagte er noch, dass Flugstrecken mit Zielen, die in weniger als zehn bis zwölf Stunden mit dem Zug erreichbar seien, verboten werden sollen.

Wermuth soll demnach mit dem Flugzeug von Zürich nach Budapest gereist sein. 2019 sagte er noch, dass Flugstrecken mit Zielen, die in weniger als zehn bis zwölf Stunden mit dem Zug erreichbar seien, verboten werden sollen.

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«Es ist einfach ein Skandal, wenn man den einfachen Bürgern verbieten will, wo sie hin dürfen – und selber aber genau an diese Destinationen fliegt», sagt Glarner.

«Es ist einfach ein Skandal, wenn man den einfachen Bürgern verbieten will, wo sie hin dürfen – und selber aber genau an diese Destinationen fliegt», sagt Glarner.

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Darum gehts

Der SP-Co-Präsident und Nationalrat Cédric Wermuth soll mit dem Flugzeug nach Budapest gereist sein. Und das, obwohl er 2019 sagte, dass Flüge an Ziele, die in weniger als zehn bis zwölf Stunden mit dem Zugverkehr erreichbar wären, verboten werden sollten. Gegenüber nau.ch ergänzte Wermuth: «Verbote sind das einzig demokratische Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Denn alle müssen sich daran halten.»

Dafür wird der SP-Nationalrat nun von seinem Amtskollegen, SVP-Nationalrat Andreas Glarner, auf Twitter kritisiert. In einem Beitrag schreibt Glarner: «Ihr dürft 3x raten, wer gestern im Flugzeug nach Budapest sass… unser lieber Nationalrat Cédric Wermuth.»

Auch Christoph Mörgeli, ehemaliger SVP-Nationalrat, rügt in einem Weltwoche-Artikel den Flug nach Budapest: «Cédric Wermuths Flugverbot betraf ausdrücklich auch Budapest. Am vergangenen Samstag, dem Tag nach der Herbstsession, flog er dennoch mit Flug LX 2254 in diese verbotene Stadt.» Die Reise dauere, gemäss SBB-Fahrplan, rund zehn Stunden mit dem Zug. 

«Es ist ein Skandal»

«Wir haben Herrn Wermuth im Flugzeug nach Budapest gesehen», sagt Glarner gegenüber 20 Minuten. «Es ist einfach ein Skandal, wenn man den einfachen Bürgern verbieten will, wo sie hin dürfen – und selber aber genau an diese Destinationen fliegt», ergänzt der SVP-Nationalrat.

Gegenüber dem «Blick» erklärt sich Wermuth so: Ziel der Reise sei die westukrainische Stadt Uschgorod gewesen. Diese sei im Rahmen seines Engagements für die Aargauer Hilfsorganisation Help Now erfolgt. Eine Reise nach Uschgorod mit dem Zug hätte einen Tag gedauert. «Wir haben natürlich alle Optionen geprüft. Am Ende wählten wir den schnellsten Weg, auch aus Sicherheitsgründen», sagt Wermuth. 

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