Starker Franken: Wernli liefert Aldi und Lidl keine Guetzli mehr
Aktualisiert

Starker FrankenWernli liefert Aldi und Lidl keine Guetzli mehr

Guetzli-Bäcker Hug organisiert seinen Export neu. Er liefert ausserhalb der Schweiz keine Wernli-Guetzli mehr an Aldi und Lidl.

Der Wernli-Lastwagen wird in Zukunft nicht mehr zu Aldi und Lidl ins Ausland fahren.

Der Wernli-Lastwagen wird in Zukunft nicht mehr zu Aldi und Lidl ins Ausland fahren.

Die Backwarengruppe Hug mit Sitz in Malters LU will die Discounter Lidl und Aldi ausserhalb der Schweiz nur noch bis Ende Jahr mit Guetzli beliefern. Der Schritt wurde unter anderem nötig, weil Hug eine Preiserhöhung der dort vertriebenen Wernli-Eigenmarken nicht durchsetzen konnte.

Wegen des starken Frankens rentiere das sonst schon tiefmargige Geschäft im Ausland sowieso immer schlechter, zitiert die «Handelszeitung» VR-Präsident Werner Hug mit einem weiteren Grund für den Rückzug. Bis anhin versorgte die Hug-Tochter Wernli die beiden Discounter in ganz Europa mit verschiedenen Biscuitssorten.

In der Schweiz werde man Aldi und auch zu kleineren Teilen Lidl jedoch weiterhin mit Eigenmarken aus dem Hause Wernli beliefern, bestätigte Werner Hug am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Export neu organisieren

Mit dem Ausstieg bei den Discountern im Ausland stellt das Innerschweizer Familienunternehmen das Exportgeschäft neu auf. Die Firma will gemäss Hug das Exportsortiment weiter reduzieren und auf wenige Spezialitäten konzentrieren. Insbesondere wird beabsichtigt, dank Guetzli mit Schweizer Schokolade - überzogen oder gefüllt - Anklang zu finden.

Die Reduktion des Exportsortiments hat unter anderem zur Folge, dass weniger Personal benötigt wird. «Wir haben Stellenstopp und bauen wenn möglich keine weiteren der aktuell rund 400 Stellen ab», sagt dazu Werner Hug. Eine Auslagerung von Teilen der Produktion ins Ausland schliesst Hug gegenüber der SDA aus.

Den Umsatz vergrössern (2011: 125 Mio. Fr.) und im Ausland wachsen will die Firma aber trotzdem. Besonders in den USA, im Nahen Osten oder in China sollen neue Möglichkeiten erschlossen werden. Im Reich der Mitte will Hug mit einem lokalen Vertriebspartner den Gastromarkt erschliessen. Dabei sollen sich die chinesischen Gaumen vor allem an Pastetli und Böden für Tartelettes erfreuen.

(sda)

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